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Kolasamen

Lateinischer Name: Colae semen
Botanischer Name: Cola nitida (Vent.) Schott et Endl. (C. vera K. Schum.); Cola acuminata (P. Beauv.) Schott et Endl. (Sterculia acuminata P. Beauv.)
Verwendeter Pflanzenteil: getrocknete Samen

Traditionelle Anwendungen

ausschließlich auf der Grundlage langjähriger Verwendung als traditionelles pflanzliches Arzneimittel

bei vorübergehender Müdigkeit und Schwächegefühl

Bewertung: 3.5 von 5.

Zum Schlucken, Trinken (Orale Einnahme)

  • Pulverisierte Samen: 1-3 g, 3-mal täglich
  • Kräutertee: 1-3 g der pulverisierten Samen in 150 ml Wasser als Abkochung, 3-mal täglich.
  • Tinktur (Verhältnis 1:5; Ethanol 60% vol.): 1-4 ml, 3-mal täglich
  • weitere Anwendungsform: Flüssigextrakt

Wenn die Symptome während der Anwendung länger als 1 Woche andauern oder sich verschlimmern, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Vorsichtshinweis

Nicht anwenden bei (Kontraindikation):

  • Überempfindlichkeit gegen den aktiven Wirkstoff
  • bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen
  • Schilddrüsenüberfunktion

Anwendung nicht empfohlen:

  • Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren, da keine ausreichenden Daten vorliegen
  • In der Schwangerschaft und Stillzeit, da keine ausreichenden Daten vorliegen. Koffein passiert die Plazenta und geht in die Muttermilch über.
  • Vor dem Schlafengehen anzuwenden, da es Schlafstörungen verursachen kann.

Interaktion mit anderen Medikamenten:

  • Patienten, die MAO-Hemmer einnehmen, sollten Kola-Samen-Präparate nur mit Vorsicht anwenden. Colae-Samen-Präparate wie auch andere koffeinhaltige Präparate vermindern die Wirkung von Beruhigungsmitteln und verstärken die durch Sympathomimetika verursachten Nebenwirkungen.

Bei Tinkturen und Extrakten kann Alkohol (Ethanol) enthalten sein.

Beim Auftreten von unerwünschten Wirkungen sollte ein Arzt oder eine qualifizierte medizinische Fachkraft konsultiert werden.

Quellennachweis

European Union herbal monograph über Cola nitida (Vent.) Schott et Endl. and its varieties und Cola acuminata (P. Beauv.) Schott et Endl., semen des Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC) der European Medicines Agency (EMA)

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Stiefmütterchenkraut mit Blüten

Lateinischer Name: Violae herba cum flore
Botanischer Name: Viola tricolor L.; Viola arvensis Murray (Gaud); Viola vulgaris Koch (Oborny)
Verwendeter Pflanzenteil: getrockneter oberidischer Pflanzenteil und getrocknete Blüten

Traditionelle Anwendungen

ausschließlich auf der Grundlage langjähriger Verwendung als traditionelles pflanzliches Arzneimittel

Zur Behandlung von leichten seborrhoischen Hauterkrankungen

Bewertung: 3.5 von 5.

Zum Schlucken, Trinken (Orale Einnahme)

  • Kräutertee: 3 g zerkleinerten Krautes und Blätter als Aufguss; 1- bis 3-mal täglich.

Auf der Haut aufgetragen/äußere Anwendung (Kutane Anwendung)

  • 5-20 g/l zerkleinerten Krautes und Blätter als Aufguss. Als getränkte Kompresse auf die betroffenen Hautstellen 2- bis 3-mal täglich anwenden
  • Badezusatz: 5-10 g/l zerkleinerten Krautes und Blätter als Aufguss. 1 Liter des Aufgusses wird in das Bad geben.

Wenn die Symptome während der Anwendung länger als 4 Wochen andauern oder sich verschlimmern, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Vorsichtshinweis

Nicht anwenden bei (Kontraindikation):

  • Überempfindlichkeit gegen den aktiven Wirkstoff
  • Überempfindlichkeit gegen Salicylate
  • Kutane Anwendung bei offenen Wunden und großflächig geschädigter Haut
  • Heiße Bäder: bei fiebrigen oder Infektionskrankheiten, bei Herzinsuffizienz und Bluthochdruck.

Anwendung nicht empfohlen:

  • Kutane Anwendung: bei Kindern unter 12 Jahren, da keine ausreichenden Daten vorliegen
  • Orale Einnahme: bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren, da keine ausreichenden Daten vorliegen.
  • In der Schwangerschaft und Stillzeit, da keine ausreichenden Daten vorliegen

Nebenwirkungen:

  • Ein Fall von Hämolyse (Auflösung von roten Blutkörperchen) bei einem Kind mit G6PD-Mangel nach oraler Verabreichung. Die Häufigkeit ist nicht bekannt.

Beim Auftreten von unerwünschten Wirkungen sollte ein Arzt oder eine qualifizierte medizinische Fachkraft konsultiert werden.

Quellennachweis

European Union herbal monograph über Viola tricolor L. und/oder subspecies Viola arvensis Murray (Gaud) und Viola vulgaris Koch (Oborny), herba cum flore des Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC) der European Medicines Agency (EMA)

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Beinwellwurzel

Lateinischer Name: Symphyti radix
Botanischer Name: Symphytum officinale L.
Verwendeter Pflanzenteil: getrocknete Wurzel

Traditionelle Anwendungen

ausschließlich auf der Grundlage langjähriger Verwendung als traditionelles pflanzliches Arzneimittel

zur Linderung von leichten Verstauchungen und Prellungen

Bewertung: 4.5 von 5.

Auf der Haut aufgetragen/äußere Anwendung (Kutane Anwendung)

  • Halbfeste Darreichungsformen (z.B. Salbe oder Creme): mit 10% Flüssigextrakt (DEV 2:1; Ethanol 65% vol.) eine dünne Schicht auftragen, 2-mal täglich

Nicht auf verletzte oder gereizte Haut auftragen. Kontakt mit den Augen oder Schleimhäuten vermeiden.

Wenn die Symptome während der Anwendung länger als 10 Tage andauern oder sich verschlimmern, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Vorsichtshinweis

Nicht anwenden bei (Kontraindikation):

  • Überempfindlichkeit gegen den aktiven Wirkstoff

Anwendung nicht empfohlen:

  • Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren, da keine ausreichenden Daten vorliegen
  • In der Schwangerschaft und Stillzeit, da keine ausreichenden Daten vorliegen

Bei Tinkturen und Extrakten kann Alkohol (Ethanol) enthalten sein.

Beim Auftreten von unerwünschten Wirkungen sollte ein Arzt oder eine qualifizierte medizinische Fachkraft konsultiert werden.

Tierstudien deuten darauf hin, dass Pyrrolizidinalkaloide nach oraler Verabreichung hepatotoxisch sind. Mehrere Pyrrolizidinalkaloide und Pyrrolizidinalkaloidderivate haben in Zellkulturen nach metabolischer Aktivierung genotoxische Wirkungen gezeigt. Bei Ratten haben sich nach oraler Verabreichung entsprechend niedrige, wiederholte Dosen mehrerer Alkaloide als tumorauslösend erwiesen und in einigen Studien erwies sich eine Einzeldosis als krebserregend. Bei Ratten wurde nach oraler Verabreichung des Pyrrolizidinalkaloids Lasiocarpin in einer Dosis von 35 mg/kg während der Schwangerschaft eine fötale Hepatotoxizität beobachtet.
Bisher liegen nur rudimentäre Daten über die Absorption von PAs durch die Haut vor. Die PA-Menge innerhalb der Tagesdosis sollte für Erwachsene auf unter <0,35 μg/Tag begrenzt werden.

Quellennachweis

European Union herbal monograph über Symphytum officinale L., radix des Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC) der European Medicines Agency (EMA)

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Boldoblätter

Boldo Illustration

Lateinischer Name: Boldi folium
Botanischer Name: Peumus boldus Molina
Verwendeter Pflanzenteil: getrocknete Blätter

Boldo Illustration

Traditionelle Anwendungen

ausschließlich auf der Grundlage langjähriger Verwendung als traditionelles pflanzliches Arzneimittel

Boldo zur Linderung von Reizmagen (Dyspepsie) und leichten krampfartigen Störungen des Magen-Darm-Trakts

Bewertung: 3.5 von 5.

Zum Schlucken, Trinken (Orale Einnahme)

  • Kräutertee: 1-2 g der zerkleinerten Boldoblätter in 150 ml kochendem Wasser als Aufguss, 2-3 Mal täglich
  • weitere Anwendungsform: Boldo-Trockenextrakt

Wenn die Symptome während der Anwendung länger als 2 Wochen andauern oder sich verschlimmern, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Vorsichtshinweis

Nicht anwenden bei (Kontraindikation):

  • Überempfindlichkeit gegen den aktiven Wirkstoff
  • Verstopfung der Gallenwege
  • Gallengangsentzündung (Cholangitis)
  • Lebererkrankungen
  • Gallensteine
  • Alle anderen Gallenerkrankungen, die eine ärztliche Überwachung und Beratung erfordern

Anwendung nicht empfohlen:

  • Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren, da keine ausreichenden Daten vorliegen
  • In der Schwangerschaft und Stillzeit, da keine ausreichenden Daten vorliegen

Bekannte Nebenwirkungen:

  • Überempfindlichkeit (Anaphylaxie). Die Häufigkeit ist nicht bekannt.

Beim Auftreten von unerwünschten Wirkungen sollte ein Arzt oder eine qualifizierte medizinische Fachkraft konsultiert werden.

Sicherheitsuntersuchungen:

Bei pflanzlichen Fertigpräparaten sollte der Gehalt an Ascaridol klar ausgeschrieben sein.

Quellennachweis

European Union herbal monograph über Peumus boldus Molina, folium des Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC) der European Medicines Agency (EMA)

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Thymian

Thymian Illustration

Botanischer Name: Thymus vulgaris L.; Thymus zygis L.

Deutsche Bezeichnung: Thymian
Lateinischer Name: Thymi herba
Verwendeter Pflanzenteil: getrocknete Blätter und Blüten

Deutsche Bezeichnung: Thymianöl
Lateinischer Name: Thymi aetheroleum
Verwendeter Pflanzenteil: Ätherisches Öl, aus Wasserdampfdestillation der frischen Blüten und/oder der oberirdischen Pflanzenteile

Thymian Illustration

Traditionelle Anwendungen

ausschließlich auf der Grundlage langjähriger Verwendung als traditionelles pflanzliches Arzneimittel

Thymian bei schleimförderndem (produktivem) Erkältungshusten

Bewertung: 4.5 von 5.

Zum Schlucken (Orale Einnahme) für Jugendliche, Erwachsene und Senioren, ab 12 Jahre

  • Kräutertee: 1-2 g der zerkleinerten Thymianblätter und Blüten in 150 ml kochendem Wasser als Aufguss; 3-4 Mal täglich
  • Thymian-Tinktur (Verhältnisse 1:10; Extraktionslösungsmittel Ethanol 70% vol.): 40 Tropfen, 3-mal täglich
    oder (Verhältnisse 1:5; Extraktionslösungsmittel Ethanol 70% vol.): 2-6 ml, 3-mal täglich
  • Thymian-Frischpflanzenpresssaft (DEV 1:1,5-2,4): 10 ml, 3-4 Mal täglich
  • Ätherisches Thymianöl: 0,2-0,25 ml, 3-5 mal täglich (Ab 18 Jahre)
  • weitere Anwendungsformen: Thymian-Flüssigextrakte, Thymian-Dickextrakt, Thymian-Trockenextrakte

Wenn die Symptome während der Anwendung länger als 1 Woche andauern, sich verschlimmern oder wenn Atemnot, Fieber oder eitriges Sputum auftreten, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Die Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren wird nicht empfohlen, da keine ausreichenden Daten vorliegen.
Die orale Anwendung des ätherischen Öls wird bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht empfohlen, aufgrund von nicht ausreichenden Daten.

Zum Schlucken (Orale Einnahme) für Kinder ab 4 Jahre

  • Thymian-Frischpflanzenpresssaft (DEV 1:1,5-2,4): 7-10 ml, 2-3 Mal täglich
  • weitere Anwendungsform: Thymian-Flüssigextrakt

Wenn die Symptome während der Anwendung länger als 1 Woche andauern, sich verschlimmern oder wenn Atemnot, Fieber oder eitriges Auswurf auftreten, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Die Anwendung bei Kindern unter 4 Jahren wird nicht empfohlen, da dafür ärztlicher Rat eingeholt werden sollte.

Thymian zur Linderung der Symptome bei Husten und Erkältungen

Bewertung: 4 von 5.

Auf der Haut aufgetragen/äußere Anwendung (Kutane Anwendung)

  • Ätherisches Thymianöl: in flüssigen und halbfesten Darreichungsformen (z.B. Öle oder Salben) in Konzentrationen bis zu 10%; bis zu 3-mal täglich auf die Brust und den Rücken auftragen

Wenn die Symptome während der Anwendung länger als 1 Woche andauern, sich verschlimmern oder wenn Atemnot, Fieber oder eitriges Auswurf auftreten, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Thymianöl sollte nicht im Gesicht aufgetragen werden, insbesondere im Nasenbereich von Säuglingen und Kleinkindern unter 2 Jahren, da die Gefahr eines Kehlkopfkrampes (Laryngospasmus) besteht.

Die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird nicht empfohlen, da keine ausreichenden Daten vorliegen.

Als Badezusatz

  • Ätherisches Thymianöl als Badezusatz; (Empfohlene Badetemperatur 35-38°C, für 10-20 Minuten) Ein Bad; jeden Tag oder jeden zweiten Tag: 7-25 mg pro Liter Badewasser
  • 6-12 Jahre: 3,5-17 mg Thymianöl pro Liter als Badewasser
    3-6 Jahre: 1,7-8,2 mg Thymianöl pro Liter als Badewasser

Wenn die Symptome während der Anwendung länger als 1 Woche andauern, sich verschlimmern oder wenn Atemnot, Fieber oder eitriges Auswurf auftreten, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Bei Bluthochdruck ist ein Vollbad nur mit Vorsicht anzuwenden.

Die Anwendung bei Kindern unter 3 Jahren wird nicht empfohlen, da ärztlicher Rat eingeholt werden sollte und keine ausreichenden Daten vorliegen.

Vorsichtshinweis

Nicht anwenden bei (Kontraindikation):

  • Überempfindlichkeit gegen den aktiven Wirkstoff
  • Überempfindlichkeit gegen andere Pflanzen der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae)
  • Heiße Vollbäder nicht bei großen Hautverletzungen und offenen Wunden, akuten Haut Hauterkrankungen, hohem Fieber, schweren Infektionen, schweren Durchblutungsstörungen und Herzversagen anwenden.

Anwendung nicht empfohlen:

  • In der Schwangerschaft und Stillzeit, da keine ausreichenden Daten vorliegen

Bei Tinkturen und Extrakten kann Alkohol (Ethanol) enthalten sein.

Bekannte Nebenwirkungen:

  • Magen-Darm-Beschwerden. Die Häufigkeit ist nicht bekannt.
  • Bei der Anwendung als ätherisches Thymianöl: Überempfindlichkeitsreaktionen und Hautreizungen. Die Häufigkeit ist nicht bekannt.

Beim Auftreten von unerwünschten Wirkungen sollte ein Arzt oder eine qualifizierte medizinische Fachkraft konsultiert werden.

Quellennachweis

European Union herbal monograph über Thymus vulgaris L. und Thymus zygis L., herba und Thymus vulgaris L., Thymus zygis L., aetheroleum des Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC) der European Medicines Agency (EMA)

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Baldrian

Baldrian Illustration

Botanischer Name: Valeriana officinalis L.

Deutsche Bezeichnung: Baldrianwurzel
Lateinischer Name: Valerianae radix
Verwendeter Pflanzenteil: getrocknete unterirdisch wachsende Pflanzenteile

Deutsche Bezeichnung: Baldrianöl
Lateinischer Name: Valerianae aetheroleum
Verwendeter Pflanzenteil: Ätherisches Öl, das durch Wasserdampfdestillation aus Wurzeln gewonnen wird

Baldrian Illustration

Gut belegte Anwendung

Baldrian als pflanzliches Arzneimittel zur Linderung leichter nervöser Anspannungen und bei Schlafstörungen

Zum Schlucken (Orale Einnahme)

  • Baldrian-Trockenextrakt (DEV 3-7,4:1; Extraktionslösungsmittel: Ethanol 40-70% vol): 400-600 mg
    – Zur Linderung leichter nervöser Spannungen bis zu 3-mal täglich
    – Zur Linderung von Schlafstörungen eine Einzeldosis eine halbe bis eine Stunde vor dem Zubettgehen, bei Bedarf eine frühere Dosis am Abend.
    – Maximale Tagesdosis: 4 Einzeldosen

Die Baldrianwurzel ist wegen ihres allmählichen Wirkungseintritts nicht zur akuten Interventionsbehandlung leichter nervöser Spannungen oder Schlafstörungen geeignet. Um einen optimalen Behandlungseffekt zu erzielen, wird eine kontinuierliche Einnahme über 2-4 Wochen empfohlen.
Wenn die Beschwerden nach 2 Wochen weiter bestehen oder sich verschlimmern, sollte ein Arzt oder Apotheker aufgesucht werden.

Wirkungsweise

Die Wirkungsweise von Arzneimitteln, die Baldrianwurzel enthalten, ist nicht vollständig bekannt. Es wird aufgrund von verschiedenen Versuchen davon ausgegangen, dass Auswirkungen auf das Gehirn, die zu Entspannung und Schläfrigkeit führen, eine Rolle spielen könnten.

Die seit langem empirisch anerkannte sedierende Wirkung von Baldrianwurzelpräparaten wurde in kontrollierten klinischen Studien bestätigt. Oral verabreichte Trockenextrakte aus Baldrianwurzel, die mit Ethanol/Wasser (Ethanol maximal 70% vol.) in der empfohlenen Dosierung zubereitet wurden, verbessern nachweislich die Einschlafzeit und die Schlafqualität. Diese Wirkungen lassen sich nicht mit Sicherheit auf bekannte Inhaltsstoffe zurückführen.

Traditionelle Anwendungen

ausschließlich auf der Grundlage langjähriger Verwendung als traditionelles pflanzliches Arzneimittel

Baldrian zur Besserung des Befindens bei nervlicher Belastung sowie zur Schlafunterstützung

Zum Schlucken (Orale Einnahme)

  • Kräutertee: 0,3-3 g der zerkleinerten Balrianwurzel in 150 ml kochendem Wasser als Aufguss
    – Zur Linderung leichter Symptome von psychischem Stress bis zu 3-mal täglich.
    – Zur Unterstützung des Schlafes: eine Einzeldosis eine halbe bis eine Stunde vor dem Schlafengehen, bei Bedarf eine frühere Dosis am Abend.
  • Pulverisierte Baldrianwurzel: 0.3-2.0 g
    – Zur Linderung leichter Symptome von psychischem Stress bis zu 3-mal täglich.
    – Zur Unterstützung des Schlafes, eine Einzeldosis eine halbe bis eine Stunde vor dem Schlafengehen mit einer früheren Dosis während des Abends, falls erforderlich
  • Baldrian-Frischpflanzenpresssaft (1:0,60-0,85): 10ml
    – Zur Linderung leichter Symptome von psychischem Stress bis zu 3-mal täglich.
    – Zur Unterstützung des Schlafes, eine Einzeldosis eine halbe bis eine Stunde vor dem Schlafengehen mit einer späteren Dosis während des Abends, falls erforderlich
  • Baldrian-Tinktur (Verhältnis 1:8; Ethanol 60% vol.): 4-8 ml, bis zu 3-mal täglich
    Baldrian-Tinktur (Verhältnis 1:10; Ethanol 56% vol.): 0,84 ml
    – Zur Linderung leichter Symptome von psychischem Stress 3-5 mal täglich.
    – Zur Unterstützung des Schlafes, eine Einzeldosis eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen.
    Baldrian-Tinktur (Verhältnis 1:5; Ethanol 70% vol.): 1,5 ml (psychischer Stress), 3 ml (zur Unterstützung des Schlafs)
    – Zur Linderung leichter Symptome von psychischem Stress bis zu 3-mal täglich.
    – Zur Einschlafhilfe eine Einzeldosis eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen.
    Tinktur (Verhältnis 1:5; Ethanol 60-80% vol.):: 10 ml, bis zu 3-mal täglich
  • Ätherisches Baldrianöl: Einzeldosis 15 mg
    – Zur Linderung leichter Symptome von psychischem Stress, bis zu 3-mal täglich.
    – Zur Unterstützung des Schlafes, zwei Einzeldosen eine halbe bis eine Stunde vor dem Schlafengehen.
  • Weitere Anwendungsformen: Baldrian-Trockenextrakte, Baldrian-Flüssigextrakte,

Wenn die Symptome während der Anwendung andauern oder sich verschlimmern, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Als Badezusatz (Wassertemperatur: 34-37°C; Dauer des Bades 10-20 Minuten)

  • 100 g Baldrianwurzel auf ein Vollbad; bis zu 1 Bad täglich
  • Ätherisches Baldrianöl: 240-400 mg für ein Vollbad, bis zu 3-4 Mal pro Woche

Wenn die Symptome während der Anwendung andauern oder sich verschlimmern, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Vorsichtshinweis

Nicht anwenden bei (Kontraindikation):

  • Überempfindlichkeit gegen den aktiven Wirkstoff
  • Vollbäder sollten nicht angewendet werden bei offenen Wunden, großen Hautverletzungen, akuten Hauterkrankungen, hohem Fieber, schweren Infektionen, schweren Kreislaufstörungen und Herzinsuffizienz.

Anwendung nicht empfohlen:

  • Bei Kindern unter 12 Jahren, da keine ausreichenden Daten vorliegen
  • In der Schwangerschaft und Stillzeit, da keine ausreichenden Daten vorliegen

Bei Tinkturen und Extrakten kann Alkohol (Ethanol) enthalten sein.

Verkehrstüchtigkeit

  • Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen könnte beeinträchtigt werden. Nach der Anwendung sollte man nicht fahren oder Maschinen bedienen.

Bekannte Nebenwirkungen:

  • Nach oraler Einnahme: Magen-Darm-Symptome wie Übelkeit, Bauchkrämpfe. Die Häufigkeit ist nicht bekannt.

Anzeichen einer Überdosierung:

  • Baldrianwurzel in einer Dosis von etwa 20 g verursachte Symptome wie Müdigkeit, Bauchkrämpfe, Engegefühl in der Brust, Benommenheit, Zittern der Hände und vergrößerte Pupillen (Mydriasis), die innerhalb von 24 Stunden verschwanden. Wenn Symptome auftreten, sollte die Behandlung unterstützend sein.

Beim Auftreten von unerwünschten Wirkungen sollte ein Arzt oder eine qualifizierte medizinische Fachkraft konsultiert werden.

Sicherheitsuntersuchungen

Ethanolextrakte aus Baldrianwurzel haben in akuten Tests und bei wiederholter Verabreichung über einen Zeitraum von 4-8 Wochen eine geringe Toxizität bei Nagetieren gezeigt.
AMES-Tests zur Mutagenität für den Baldrian-Trockenextrakt (DEV 4-7:1; Extraktionslösungsmittel Ethanol 40% vol.) und den Baldrian-Trockenextrakt (DEV 3-6:1; Extraktionslösungsmittel Ethanol 70% vol.) gaben keinen Anlass zur Sorge.

Quellennachweis

European Union herbal monograph über Valeriana officinalis L., radix und Valeriana officinalis L., aetheroleum des Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC) der European Medicines Agency (EMA)

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Passionsblumenkraut

Passionsblume Illustration

Lateinischer Name: Passiflorae herba
Botanischer Name: Passiflora incarnata L.
Verwendeter Pflanzenteil: getrocknete, oberirdische Teile der Pflanze

Passionsblume Illustration

Traditionelle Anwendungen

ausschließlich auf der Grundlage langjähriger Verwendung als traditionelles pflanzliches Arzneimittel

Passionsblumenkraut zur Besserung des Befindens bei nervlicher Belastung und zur Schlafunterstützung

Bewertung: 4.5 von 5.

Zum Schlucken (Orale Einnahme)

  • Kräutertee: 1-2 g des zerkleinerten Passionsblumenkrauts in 150 ml kochendem Wasser als Aufguss, 1-4 Mal täglich
  • Pulverisiertes Passionsblumenkraut: 0,5-2 g, 1-4 Mal täglich
  • weitere Anwendungsform: Passionsblumenkraut-Flüssigextrakte

Wenn die Symptome während der Anwendung länger als 2 Woche andauern oder sich verschlimmern, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Vorsichtshinweis

Nicht anwenden bei (Kontraindikation):

  • Überempfindlichkeit gegen den aktiven Wirkstoff

Anwendung nicht empfohlen:

  • Bei Kindern unter 12 Jahren, da keine ausreichenden Daten vorliegen
  • In der Schwangerschaft und Stillzeit, da keine ausreichenden Daten vorliegen

Bei Tinkturen und Extrakten, kann Alkohol (Ethanol) enthalten sein.

Verkehrstüchtigkeit:

  • Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen könnte beeinträchtigt werden. Nach der Anwendung sollte man nicht fahren oder Maschinen bedienen.

Beim Auftreten von unerwünschten Wirkungen sollte ein Arzt oder eine qualifizierte medizinische Fachkraft konsultiert werden.

Quellennachweis

European Union herbal monograph über Passiflora incarnata L., herba des Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC) der European Medicines Agency (EMA)

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Weidenröschenkraut

Weidenröschen (Epilobium angustifolium) Illustration

Lateinischer Name: Epilobii herba
Botanischer Name: Epilobium angustifolium L. und/oder Epilobium parviflorum Schreb.
Verwendeter Pflanzenteil: getrocknete, oberirdisch wachsende Teile der Pflanze, die vor und während der Blütezeit
geerntet werden

Weidenröschen (Epilobium angustifolium) Illustration

Traditionelle Anwendungen

ausschließlich auf der Grundlage langjähriger Verwendung als traditionelles pflanzliches Arzneimittel

Weidenröschenkraut bei gutartiger Prostatavergrößerung (benigner Prostatahyperplasie) zur Linderung von Beschwerden im Bereich der unteren Harnwege, wie Schwierigkeiten beim Beginn des Wasserlassens oder häufiger Harndrang

Nur Anwenden nachdem schwere Erkrankungen von einem Arzt ausgeschlossen wurden.

Bewertung: 3.5 von 5.

Zum Schlucken (Orale Einnahme)

  • Kräutertee: 1,5-2,0 g des zerkleinerten Weidenröschenkrauts in 250 ml kochendem Wasser als Aufguss; 2-mal täglich

Langfristige Anwendung ist möglich.
Wenn sich die Beschwerden verschlimmern oder wenn während der Anwendung Symptome wie Fieber, Krämpfe oder Blut im Urin, schmerzhaftes Wasserlassen oder Harnsperre auftreten, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Vorsichtshinweis

Nicht anwenden bei (Kontraindikation):

  • Überempfindlichkeit gegen den aktiven Wirkstoff

Anwendung nicht empfohlen:

  • Es gibt keine Relevante Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren, sowie in der Schwangerschaft und Stillzeit

Beim Auftreten von unerwünschten Wirkungen sollte ein Arzt oder eine qualifizierte medizinische Fachkraft konsultiert werden.

Quellennachweis

European Union herbal monograph über Epilobium angustifolium L. und/oder Epilobium parviflorum Schreb., herba des Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC) der European Medicines Agency (EMA)

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Birkenblätter

Birke Illustration

Lateinischer Name: Betulae folium
Botanischer Name: Betula pendula Roth / Betula pubescens Ehrh.
Verwendeter Pflanzenteil: getrocknete Blätter

Birke Illustartion

Traditionelle Anwendungen

ausschließlich auf der Grundlage langjähriger Verwendung als traditionelles pflanzliches Arzneimittel

Birkenblätter bei leichten Harnwegsbeschwerden, als Durchspülungsmittel, um den Urinfluss anzuregen

Bewertung: 3.5 von 5.

Zum Schlucken (Orale Einnahme)

  • Kräutertee: 2-3 g der zerkleinerten Birkenblätter in 150 ml kochendem Wasser als Aufguss bis zu 4-mal täglich
  • Pulverisierte Birkenblätter: 650 mg, 2-mal täglich
  • weitere Anwendungsformen: Birkenblätter -Trockenextrakt, Birkenblätter-Flüssigextrakt, stabilisierter Birkenblätter-Flüssigextrakt

Um eine Erhöhung der Urinmenge zu gewährleisten, ist während der Behandlung eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr erforderlich

Wird traditionell über den Zeitraum von 2-4 Wochen angewendet.

Wenn die Symptome während der Anwendung andauern, sich verschlimmern, Beschwerden oder Symptome wie Fieber, Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie), Krämpfe oder Blut im Urin auftreten, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Vorsichtshinweis

Nicht anwenden bei (Kontraindikation):

  • Überempfindlichkeit gegen den aktiven Wirkstoff
  • Erkrankungen, bei denen eine reduzierte Flüssigkeitszufuhr empfohlen wird (z. B. schwere Herz- oder Nieren Erkrankung)

Anwendung nicht empfohlen:

  • Bei Kindern unter 12 Jahren, da keine ausreichenden Daten vorliegen
  • In der Schwangerschaft und Stillzeit, da keine ausreichenden Daten vorliegen

Bekannte Nebenwirkungen:

  • Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall) und allergische Reaktionen (Juckreiz, Ausschlag, Urtikaria, allergische Schnupfen). Die Häufigkeit ist nicht bekannt.

Bei Extrakten kann Alkohol (Ethanol) enthalten sein.

Beim Auftreten von unerwünschten Wirkungen sollte ein Arzt oder eine qualifizierte medizinische Fachkraft konsultiert werden.

Quellennachweis

European Union herbal monograph über Betula pendula Roth; Betula pubescens Ehrh., folium des Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC) der European Medicines Agency (EMA)

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Leinsamen

Leinsamen Illustration

Lateinischer Name: Lini semen
Botanischer Name: Linum usitatissimum L.
Verwendeter Pflanzenteil: getrocknete, reife Samen

Leinsamen Illustration

Gut belegte Anwendung

Leinsamen als pflanzliches Arzneimittel zur Behandlung von chronischer (habitueller) Verstopfung bzw. bei Erkrankungen, bei denen eine erleichterte Darmentleerung mit weichem Stuhl erwünscht ist

Bewertung: 4 von 5.

Zum Schlucken (Orale Einnahme)

  • 10 – 15 g Leinsamen mit 150ml Wasser, Milch, Fruchtsaft oder einer ähnlichen wässrigen Flüssigkeit, 2-3 Mal täglich; anschließend auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten.

Die Wirkung setzt 12 bis 24 Stunden später ein.
Leinsamen sollte während des Tages mindestens ½ bis bis 1 Stunde vor oder nach der Einnahme von anderen Medikamenten eingenommen werden.
Nicht unmittelbar vor dem Schlafengehen einnehmen.

Wenn die Verstopfung nicht innerhalb von 3 Tagen abklingt, sollte ein Arzt oder ein Apotheker konsultiert werden.

Die Einnahme von Leinsamen ohne ausreichende Flüssigkeitszufuhr kann dazu führen, dass sie aufquellen und den Rachen oder die Speiseröhre verstopfen, was schlimmstenfalls zum Ersticken führen kann. Bei unzureichender Flüssigkeitszufuhr kann ein Darmverschluss auftreten. Bei Schmerzen in der Brust, Erbrechen, Schluck-, Atembeschwerden oder unregelmäßigem Stuhlgang nach der Einnahme von Leinsamen sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Leinsamen besteht aus den getrockneten, reifen Samen von Linum usitatissimum L.
Die Samen enthalten fast 25 % Ballaststoffe (3 – 6 % Schleimstoffe, 4 – 7 % Speisefasern).
Die abführende Wirkung von Leinsamen ist seit langem empirisch anerkannt und in tierexperimentellen und klinischen Untersuchungen nachgewiesen. Diese Wirkungen werden auf die Ballaststoffe zurückgeführt, insbesondere auf die Schleimstoffe, die sich mit Wasser verbinden und im Darm zu einem abführenden Gel aufquellen. Durch die Quellung der Schleimstoffe wird Wasser im Darm zurückgehalten. Die Fäkalien werden weicher. Das Volumen des Darminhalts nimmt zu und verursacht einen Dehnungsreiz, der zu einer Verkürzung der Transitzeit führt. Die gequollene Schleimmasse bildet eine Gleitschicht, die die Beförderung des Darminhalt erleichtert.
Verlauf der Wirkung: Leinsamen wirkt normalerweise innerhalb von 12 bis 24 Stunden. Manchmal wird die maximale Wirkung erst nach 2 oder 3 Tagen erreicht.
Zerbrochene Samen verursachen nicht immer einen Dehnungsreiz, da die Volumenzunahme bereits im Magen beginnen kann. Ganze oder “zerstoßene Samen” haben eine verzögerte Volumenzunahme. Die Anwendung unter Krankheiten, bei denen eine leichte Darmentleerung mit weichem Stuhl erwünscht ist, ist aufgrund der abführenden Wirkung wissenschaftlich begründet, es liegen aber keine speziellen Daten vor.

Ein Teil der Ballaststoffe in Leinsamen wird mit dem Stuhlgang ausgeschieden, der andere Teil wird im Dickdarm von Bakterien vergoren. Dieser Gärungsprozess kann zu Gasbildung und Blähungen führen. Die vorherrschenden Produkte der Fermentation sind kurzkettige Fettsäuren (SCFA), die hauptsächlich resorbiert werden.

Traditionelle Anwendungen

ausschließlich auf der Grundlage langjähriger Verwendung als traditionelles pflanzliches Arzneimittel

Leinsamen zur Linderung leichter Magen-Darm-Beschwerden

Bewertung: 3.5 von 5.

Zum Schlucken (Orale Einnahme)

  • Leinsamenschleim: 5 – 10g ganze oder gebrochene Samen in 250 ml Wasser für 20 – 30 Minuten stehen lassen, eine halbe Stunde vor dem Essen einnehmen.
    Zum Zeitpunkt des Verzehrs muss der Quellvorgang abgeschlossen sein. Der Schleim kann mit oder ohne Leinsamen verwendet werden

Wenn die Symptome während der Anwendung länger als 1 Woche andauern oder sich verschlimmern, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Vorsichtshinweis

Nicht anwenden bei (Kontraindikation):

  • Überempfindlichkeit gegen den aktiven Wirkstoff
  • Schluckbeschwerden oder Probleme im Rachenraum haben.
  • plötzlichen Veränderung der Stuhlgewohnheiten, die länger als 2 Wochen anhält,
  • nicht diagnostizierten rektalen Blutungen
  • ausbleibendem Stuhlgang nach der Einnahme von Abführmitteln
  • abnormen Verengungen des Magen-Darm-Trakts
  • Erkrankungen der Speiseröhre und des Herzens
  • einem bestehenden Darmverschluss (Ileus)
  • einer Darmlähmung (Ileus)
  • einem Dickdarmerweitung (Megakolon)

Bei geschwächten Patienten und älteren Menschen sollte die Anwendung nur unter Beaufsichtigung gegeben werden.

Anwendung nicht empfohlen:

  • Bei Kindern unter 12 Jahren, da keine ausreichenden Daten vorliegen
  • In der Schwangerschaft und Stillzeit, da keine ausreichenden Daten vorliegen
  • bei Frauen mit hormonell abhängigen Tumoren, da Untersuchungen an gesunden Frauen darauf hindeuten, dass die langfristige Einnahme von Leinsamen eine östrogene Wirkung haben kann

Wechselwirkung mit anderen Medikamenten (Interaktion):

  • Die Aufnahme im Darm von gleichzeitig verabreichten Arzneimitteln kann durch Zubereitung aus Leinsamen verzögert werden. Aus diesem Grund sollten Leinsamen nicht ½ bis 1 Stunde vor oder nach der Einnahme anderer Arzneimittel eingenommen werden
  • Um das Risiko einer Darmverschlusses (Ileus) zu verringern, sollten Leinsamen zusammen mit Arzneimitteln, die bekanntermaßen die peristaltische Bewegung hemmen (z. B. Opioide, Loperamid), nur unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden.

Bekannte Nebenwirkungen:

  • Häufig: Blähbauch (Meteorismus)
  • Sehr selten: Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich anaphylaxieähnlicher Reaktionen

Anzeichen einer Überdosierung:

  • Bauchbeschwerden, Blähungen und möglicherweise einen Darmverschluss können verursacht werden. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sollte aufrechterhalten werden und die Behandlung sollte symptomatisch sein.

Beim Auftreten unerwünschter Wirkungen sollte ein Arzt oder anderes qualifiziertes medizinisches Fachpersonal konsultiert werden.

Quellennachweis

European Union herbal monograph über Linum usitatissimum L., semen des Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC) der European Medicines Agency (EMA)