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Sägepalmenfrüchte

Lateinischer Name: Sabalis serrulatae fructus
Botanischer Name: Serenoa repens (W.Bartram) Small (syn. Sabal serrulata (Michx.) Schult.f.)
Verwendeter Pflanzenteil: Früchte

Sägepalme Illustration

Gut belegte Anwendung

Sägepalmenfrüchte, als pflanzliches Arzneimittel zur Behandlung der Beschwerden bei gutartiger Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie -“BPH”)

Bewertung: 4.5 von 5.

Zum Schlucken (Orale Einnahme)

  • Sägepalmen-Dickextrakt (DEV 7-11:1; Extraktionslösungsmittel: Hexan): 320 mg, einmal täglich oder 160 mg, 2-mal täglich.

Eine Langzeitanwendung ist möglich.
Wenn die Symptome während der Anwendung des Arzneimittels fortbestehen, sich verschlimmern oder wenn Symptome wie Fieber, Krämpfe oder Blut im Urin, schmerzhaftes Wasserlassen oder Harnverhalt auftreten, sollte ein Arzt oder Apotheker konsultiert werden.

Wirkungsweise

Die Wirkungsweise von Sägepalmenfrüchten ist nicht vollständig bekannt, man nimmt jedoch aufgrund von experimentellen Studien an, dass sie die Wirkung von männlichen Geschlechtshormonen (wie z. B. Testosteron) senken; diese spielen eine Rolle bei der Verursachung einer Vergrößerung der Prostata bei BPH; darüber hinaus können Sägepalmenfrüchte entzündungshemmend wirken.

Traditionelle Anwendungen

ausschließlich auf der Grundlage langjähriger Verwendung als traditionelles pflanzliches Arzneimittel

Sägepalmenfrüchte bei gutartiger Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie), zur Linderung der Symptome des unteren Harntrakts

Erst anwenden nachdem ernsthaften Erkrankungen von einem Arzt ausgeschlossen wurden

Bewertung: 4 von 5.

Zum Schlucken (Orale Einnahme)

  • Sägepalmen-Dickextrakt (DEV 7,5-14,3:1; Extraktionslösungsmittel: Ethanol 90% bis 96% m/m): 320 mg, einmal täglich

Eine Langzeitanwendung ist möglich.
Wenn die Symptome während der Anwendung des Arzneimittels fortbestehen, sich verschlimmern oder wenn Symptome wie Fieber, Krämpfe oder Blut im Urin, schmerzhaftes Wasserlassen oder Harnverhalt auftreten, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Vorsichtshinweis

Nicht anwenden bei (Kontraindikation):

  • Überempfindlichkeit gegen den aktiven Wirkstoff

Anwendung nicht empfohlen:

  • Es gibt keine relevante Anwendung für Frauen, Kinder und Jugendliche. Ebenfalls ist die Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit irrelevant.

Bei Extrakten kann Alkohol (Ethanol) enthalten sein.

Wechselwirkung mit anderen Medikamenten (Interaktion):

  • Es wurden einige wenige Fälle von vermuteten Wechselwirkungen mit Warfarin berichtet. Erhöhte INR-Werte sind beschrieben worden.

Bekannte Nebenwirkungen:

Magen-Darm-Beschwerden

  • Häufig: Unterleibsschmerzen
  • Ungewöhnlich: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen (insbesondere bei Einnahme auf nüchternen Magen).

Störungen des Immunsystems

  • Allergische Reaktionen oder Überempfindlichkeitsreaktionen. Die Häufigkeit ist nicht bekannt.

Störungen des Nervensystems

  • Häufig: Kopfschmerzen

Hepatobiliäre Störungen

  • Ungewöhnlich: Anstieg der Transaminasen oder Gamma-Glutamyltransferasen

Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes

  • Ungewöhnlich: Hautausschlag

Endokrine Störungen

  • Ungewöhnlich: reversible Gynäkomastie

Beim Auftreten von unerwünschten Wirkungen sollte ein Arzt oder ein Apotheker konsultiert werden.

Quellennachweis

European Union herbal monograph über Serenoa repens (W. Bartram) Small, fructus des Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC) der European Medicines Agency (EMA)

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Cayennepfeffer

Cayenne (Chili) Illustration

Lateinischer Name: Capsici fructus
Botanischer Name: Capsicum annuum L. var. minimum (Miller) Heiser und kleinfrüchtige Varietäten von Capsicum frutescens L.
Verwendeter Pflanzenteil: Früchte

Cayennepfeffer Illustration

Gut belegte Anwendung

Cayennepfeffer als pflanzliches Arzneimittel zur Linderung von Muskelschmerzen, wie Schmerzen im Bereich des unteren Rückens

Bewertung: 4.5 von 5.

Auf der Haut/äußere Anwendung (kutane Anwendung)

  • Medizinisches Pflaster
    – 1 Wärmepflaster (22 x 14 cm) mit einem Dickextrakt aus Cayennepfeffer (DEV 4-7:1; standardisiert auf 2,0-2,78% Gesamt-Capsaicinoide, Extraktionslösungsmittel Ethanol 80% vol.), entsprechend 11 mg Capsaicinoide, ausgedrückt als Capsaicin (= 35 μg / cm2).
    – 1 Wärmepflaster (12 x 18 cm) mit einem Dickextrakt aus Cayennepfeffer (DEV 4-7:1; standardisiert auf 2,0-2,78% Gesamt-Capsaicinoide, Extraktionslösungsmittel Ethanol 80% vol.), entsprechend 4,8 mg Capsaicinoide, ausgedrückt als Capsaicin (= 22 μg/cm2).
    Tägliche Dosis: Maximal 1 Pflaster pro Tag sollte für mindestens 4 und bis zu 12 Stunden auf die betroffene Stelle aufgetragen werden. Es sollte ein Abstand von mindestens 12 Stunden eingehalten werden, bevor ein neues Pflaster auf dieselbe Stelle aufgetragen wird
  • Halbfeste Darreichungsformen (z.B. als Salbe, Creme, Gel) entsprechend 40-53 mg Capsaicinoide pro 100 g (z.B. aus Cayennepfeffer-Dickextrakt (DEV 4-7:1; standardisiert auf 2,0-2,78% Gesamt-Capsaicinoide, Extraktionslösungsmittel Ethanol 80% vol.); Cayennepfeffer-Dickextrakt (DEV 1,5-2,5:1; Extraktionslösungsmittel Ethanol 96% vol.) oder Cayennepfeffer-Dickextrakt (DEV 11-30:1; Extraktionslösungsmittel Propan-2-ol))
    in einer dünnen Schicht auf die betroffene Stelle 2- bis 4-mal täglich auftragen.

Nach der Berührung oder Handhabung des Pflasters/der festen Darreichungsform sollten die Hände mit Wasser und Seife gewaschen werden.
Das Arzneimittel sollte nicht in der Nähe der Augen oder auf den Schleimhäuten angewendet werden.
Es wird empfohlen, nicht an der Applikationsstelle zu kratzen, um Schäden an der Haut zu vermeiden.
Die Anwendung zusätzlicher Wärmequellen während der Behandlung sollte vermieden werden (z. B. Sonnen- oder Infrarotstrahlung, Heizkissen oder warmes Wasser). Die Wärmewirkung kann auch durch körperliche Aktivität (Schwitzen) verstärkt werden.
Die Anwendung sollte abgebrochen werden, wenn die Wärmewirkung als zu stark empfunden wird. In diesem Fall sollte das Pflaster oder der Überschuss der halbfesten Darreichungsform entfernt werden.

Die Anwendung sollte bis zum Erreichen der Schmerzlinderung fortgesetzt werden, gegebenenfalls bis zu 3 Wochen. Nach 3 Wochen der Anwendung ist eine Pause von mindestens 2 Wochen erforderlich.
Wenn die Symptome während der Anwendung des Arzneimittels fortbestehen oder sich verschlimmern, sollte ein Arzt oder Apotheker konsultiert werden.

Wirkungsweise
  • Cayennepfeffer enthält einen Stoff mit dem Namen Capsaicin. Capsaicin ist ein selektiver Agonist für den TRPV1-Rezeptor („Transient Receptor Potential Vanilloid 1“). Dies bedeutet, dass er den TRPV1- Rezeptor, der sich in den Nozizeptoren (Schmerzrezeptoren) der Haut befindet, stimuliert. Mithilfe des Capsaicins werden die TRPV1-Rezeptoren überstimuliert. Durch die Überstimulierung werden die Rezeptoren unempfindlich und können nicht mehr auf die Reize reagieren, die normalerweise Schmerzen hervorrufen.
  • Capsaicin ist der wichtigste Scharfstoff in den Früchten der Capsicum-Pflanze. Der genaue Wirkmechanismus ist noch nicht vollständig geklärt.
  • Topisch appliziertes Capsaicin löst eine lokale Reizung aus, die sich symptomatisch als Erythem und ein brennendes, manchmal juckendes Gefühl äußert. Dies kann auf einen neurogenen Entzündungsprozess zurückgeführt und durch die Freisetzung des Neurotransmitters Substanz P erklärt werden.
  • Die zweite Phase der Capsaicin-Wirkung ist mit antinozizeptiven (“gegen die Schmerzwahrnehmung wirkend”) Effekten verbunden, deren Dauer von Stunden bis Wochen reicht. Die Verarmung des Neurons an Substanz P nach wiederholter Anwendung führt zu einer langfristigen Desensibilisierung gegenüber Brennen und Schmerz.
  • Capsaicin wird perkutan absorbiert. Tierdaten deuten auf eine systemische Bioverfügbarkeit von topisch appliziertem Capsaicin von 27 bis 34 % hin.
  • Das absorbierte Capsaicin wird hauptsächlich in der Leber metabolisiert und in Form von Metaboliten mit dem Urin und den Fäkalien ausgeschieden.

Vorsichtshinweis

Nicht anwenden bei (Kontraindikation):

  • Überempfindlichkeit gegen den aktiven Wirkstoff
  • Überempfindlichkeit gegen andere Capsaicinoid-Quellen (z. B. Paprikapflanzen oder Chili)
  • Verletzter Haut, Wunden und Ekzeme

Anwendung nicht empfohlen:

  • Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren, da keine ausreichenden Daten vorliegen
  • In der Schwangerschaft und Stillzeit: Tierstudien haben nach hohen subkutanen (“unter der Haut”) Capsaicin-Dosen Reproduktionstoxizität gezeigt. Capsaicin passiert die Plazenta und kann in die Muttermilch übergehen.
    Obwohl pränatale (“vor der Geburt”) und neonatale (“den Neugeboren betreffend”) Wirkungen von Capsaicin bei Dosen auftraten, die über der maximalen klinischen Dosis von Pflastern/halbfesten Darreichungsformen lagen, sollten die Pflaster/halbfesten Darreichungsformen während der Schwangerschaft und Stillzeit nur nach einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung verwendet werden

Wechselwirkung mit anderen Medikamenten (Interaktion):

  • Das Pflaster/die halbfeste Darreichungsform ist nicht dafür bestimmt, gleichzeitig mit anderen topischen Produkten [z. B. anderen durchblutungsfördernden Mitteln (die eine Rötung der Haut verursachen) oder schmerzlindernden Gelen] an der gleichen Applikationsstelle angewendet zu werden.
  • Wechselwirkungen mit anderen Produkten, die an der gleichen Applikationsstelle angewendet werden, können sogar noch bis zu 12 Stunden nach Abnehmen des Pflasters auftreten.

Bekannte Nebenwirkungen:

Medizinisches Pflaster:

  • Der Wirkstoff bewirkt eine verstärkte lokale Durchblutung mit deutlicher Rötung der Haut und einem Wärmegefühl. Diese Reaktion ist Teil der normalen pharmakologischen Wirkung des Präparats und klingt in der Regel innerhalb kurzer Zeit nach Abnehmen des Pflasters ab.
  • In seltenen Fällen (~1/10.000 bis <1/1.000): Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut und allergische Reaktionen (z. B. Urtikaria, Bläschenbildung an der Applikationsstelle). Die Behandlung ist in solchen Fällen sofort abzubrechen. Insbesondere in den ersten Tagen der Behandlung kann ein brennendes, stechendes oder juckendes Gefühl auftreten. Werden die Nebenwirkungen im Einzelfall als zu stark empfunden, sollte die Behandlung abgebrochen werden.

Halbfeste Darreichungsformen:

  • Der Wirkstoff bewirkt eine verstärkte lokale Durchblutung mit deutlicher Rötung der Haut und Wärmegefühl. Diese Reaktion ist Teil der normalen pharmakologischen Wirkung des pflanzlichen Präparates.
  • Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut und allergische Reaktionen (z. B. Urtikaria, Blasenbildung oder Bläschenbildung an der Applikationsstelle) können auftreten. Die Häufigkeit ist nicht bekannt.
    Die Behandlung ist in solchen Fällen sofort abzubrechen.
    Wenn in Einzelfällen Brennen, Stechen oder Juckreiz als übermäßig empfunden werden, sollte die Behandlung abgebrochen werden.

Beim Auftreten unerwünschter Wirkungen sollte ein Arzt oder anderes qualifiziertes medizinisches Fachpersonal konsultiert werden.

Sicherheitsuntersuchungen:

Wirkstoff Capsaicin:

  • Die akute Toxizität von Capsaicin bei Mäusen verlief in der Reihenfolge intravenös > intraperitoneal > subkutan > oral > dermal, was darauf hindeutet, dass die systemische Absorption und Toxizität nach dermaler Applikation geringer waren als nach einer oralen Dosis. Hohe subkutane Capsaicin-Dosen waren bei Ratten nicht teratogen. Es gab jedoch Hinweise darauf, dass Capsaicin die Plazenta durchquert und eine toxische Wirkung auf die peripheren Nerven der Föten ausübt, indem es zu einer starken Verarmung der Substanz P aus immunreaktiven Nervenfasern im Dorsalhorn des Rückenmarks führt. Die pränatale Behandlung von Ratten mit hohen subkutanen Capsaicin-Dosen (50 mg/kg) führte zu funktionellen neuronalen Defekten, während die neonatale Behandlung ein verzögertes Körperwachstum und eine verzögerte sexuelle Reifung, eine verringerte Paarungshäufigkeit und reduzierte Trächtigkeiten zur Folge hatte.
  • Es ist unwahrscheinlich, dass Capsaicin in den Mengen, die kutan aus dem Pflaster/der halbfesten Darreichungsform absorbiert werden, eine signifikante Gefahr für den Menschen darstellt.

Quellennachweis

European Union herbal monograph über Capsicum annuum L. var. minimum (Miller) Heiser and small fruited varieties of Capsicum frutescens L., fructus des Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC) der European Medicines Agency (EMA)

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Efeublätter

Efeu Illustration

Lateinischer Name: Hederae helicis folium
Botanischer Name: Hedera helix L.
Verwendeter Pflanzenteil: getrocknete Blätter

Efeu Illustration

Gut belegte Anwendung

Efeublätter, pflanzliches Arzneimittel als Schleimlöser bei produktivem Husten

Bewertung: 4.5 von 5.

Zum Schlucken (Orale Einnahme)

  • Efeu-Trockenextrakt (DEV 4-8:1, Extraktionslösungsmittel Ethanol 24-30% m/m): Ab 12 Jahre – 5-65 mg; 1- bis 3-mal täglich, Tagesdosis: 45-105 mg (Anmerkung: maximale Tagesdosis für ethanolhaltige Fertigprodukte: 67 mg; entspricht 420 mg pflanzlicher Substanz)
    6 bis 11 Jahre – 11-35 mg, zwei- bis dreimal täglich, Tagesdosis: 33-70 mg (Anmerkung: maximale Tagesdosis für ethanolhaltige Fertigprodukte: 34 mg; dies entspricht 210 mg pflanzlicher Substanz)
    2 bis 5 Jahre – 8-18 mg, zwei- bis dreimal täglich, Tagesdosis: 24-36 mg (Anmerkung: maximale Tagesdosis für ethanolhaltige Fertigprodukte: 24 mg; dies entspricht 150 mg pflanzlicher Substanz)
  • Efeu-Trockenextrakt (DEV 6-7:1, Extraktionslösungsmittel Ethanol 40% m/m): Ab 12 Jahre – 14-18 mg; 3-mal täglich
    6 bis 11 Jahre – 9-18 mg, ein- bis dreimal täglich; Tagesdosis: 15-40 mg
    2 bis 5 Jahre -7-9 mg, 2- bis 3-mal täglich
  • Efeu-Trockenextrakt (DEV 3-6:1, Extraktionslösungsmittel Ethanol 60% m/m): Ab 12 Jahre – 33 mg; 2-mal täglich
    6 bis 11 Jahre – 25 mg, 2-mal täglich
    2 bis 5 Jahre – Einzeldosis: 17 mg, 2-mal täglich
  • Efeu-Flüssigextrakt (DEV 1:1, Extraktionslösungsmittel Ethanol 70% vol.): Ab 12 Jahre – 100 mg; 3-mal täglich
    6 bis 11 Jahre – 75 mg, 3-mal täglich
    Sollte wegen des Alkoholgehalts nicht an Kinder unter 6 Jahren verabreicht werden.
  • Efeu-Dickextrakt (DEV 2,2-2,9:1, Extraktionslösungsmittel Ethanol 50% vol: Propylenglykol (98:2)): Ab 12 Jahre – 100 mg; 3-mal täglich
    6 bis 11 Jahre – 20-26 mg, 3- bis 4-mal täglich, maximale Tagesdosis: 80 mg
    2 bis 5 Jahre – 20 mg, 3-mal täglich

Wenn die Symptome während der Anwendung länger als 1 Woche andauern, sich verschlimmern oder wenn Atemnot, Fieber oder eitriger Auswurf auftritt, sollte ein Arzt oder Apotheker konsultiert werden.

Wirkungsweise

Die Wirkungsweise des Efeublatts ist nicht vollständig bekannt, aber Laborstudien deuten darauf hin, dass es sowohl die Bronchien (Luftwege) in der Lunge erweitert als auch die Bronchialdrüsen in der Lunge anregt, eine wässrige Flüssigkeit abzusondern.

Vorsichtshinweis

Anhaltender oder wiederkehrender Husten bei Kindern zwischen 2 und 4 Jahren erfordert vor der Behandlung eine ärztliche Diagnose.

Vorsicht ist geboten bei Patienten mit Gastritis oder Magengeschwüren.

Nicht anwenden bei (Kontraindikation):

  • Überempfindlichkeit gegen den aktiven Wirkstoff
  • Überempflindlichkeit gegen andere Pflanzen aus der Familie der Araliengewächse (Araliaceae)
  • Kinder unter 2 Jahren wegen des allgemeinen Risikos einer Verschlimmerung von Atemwegsbeschwerden durch Sekretolytika

Anwendung nicht empfohlen:

  • In der Schwangerschaft und Stillzeit, da keine ausreichenden Daten vorliegen

Bei Extrakten kann Alkohol (Ethanol) enthalten sein.

Bekannte Nebenwirkungen:

  • Magen-Darm-Reaktionen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall. Die Häufigkeit ist nicht bekannt.
  • Allergische Reaktionen wie Urtikaria, Hautausschlag, Dyspnoe, anaphylaktische Reaktion. Die Häufigkeit ist nicht bekannt.

Anzeichen einer Überdosierung

  • Eine Überdosierung kann zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Unruhe führen.
  • Es wurde ein Fall eines 4-jährigen Kindes berichtet, das nach versehentlicher Einnahme eines Efeuextrakts, der 1,8 g pflanzlicher Substanz entspricht, Aggressivität und Durchfall entwickelte.

Beim Auftreten von unerwünschten Wirkungen sollte ein Arzt oder Apotheker konsultiert werden.

Quellennachweis

European Union herbal monograph über Hedera helix L., folium des Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC) der European Medicines Agency (EMA)

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Ginkgoblätter

Ginkgo Illustration

Lateinischer Name: Ginkgo folium
Botanischer Name: Ginkgo biloba L.
Verwendeter Pflanzenteil: getrocknete Blätter

Ginkgo Illustartion

Gut belegte Anwendung

Ginkgo als pflanzliches Arzneimittel zur Verbesserung altersbedingter kognitiver Beeinträchtigungen und der Lebensqualität bei leichter Demenz

Bewertung: 4 von 5.

Zum Schlucken (Orale Einnahme)

  • Ginkgo-Trockenextrakt (DEV 35-67:1, Extraktionslösungsmittel: Aceton 60% m/m): Einzeldosis: 120-240 mg; Tagesdosis: 240 mg

Die Behandlung sollte mindestens 8 Wochen dauern. Wenn nach 3 Monaten keine symptomatische Besserung eintritt oder sich die pathologischen Symptome verstärken, sollte der Arzt prüfen, ob eine Fortsetzung der Behandlung noch gerechtfertigt ist.

Für Kinder und Jugendliche gibt es keine relevante Anwendung.

Wirkungsweise

Der genaue Wirkmechanismus von Ginkgoblättern bei Demenz ist noch nicht vollständig erforscht; man geht jedoch davon aus, dass sie die Gehirnzellen entweder direkt oder indirekt vor Schädigungen schützen, indem sie den Blutfluss regulieren oder toxische Formen von Sauerstoffmolekülen (sogenannte freie Sauerstoffradikale) neutralisieren.
Pharmakologische Daten beim Menschen zeigen eine erhöhte EEG-Vigilanz bei geriatrischen Probanden, eine Verringerung der Blutviskosität und eine verbesserte zerebrale Durchblutung in bestimmten Bereichen bei gesunden Männern (60-70 Jahre) sowie eine Verringerung der Thrombozytenaggregation. Darüber hinaus wurden gefäßerweiternde Wirkungen auf die Unterarmgefäße nachgewiesen, die zu einem erhöhten regionalen Blutfluss führen.
Nach oraler Verabreichung (als Lösung) von 120 mg des Ginkgo-Extrakts wurde beim Menschen die mittlere absolute Bioverfügbarkeit für die Terpenlactone Ginkgolid A (80 %), Ginkgolid B (88 %) und Bilobalid (79 %) nachgewiesen. Die Plasmaspitzenkonzentrationen der Terpenlactone lagen bei Ginkgolid A im Bereich von 16-22 ng/ml, bei Ginkgolid B im Bereich von 8-10 ng/ml und bei Bilobalid im Bereich von 27-54 ng/ml, wenn es als Tablette verabreicht wurde. Die entsprechenden Halbwertszeiten von Ginkgolid A und B und Bilobalid betrugen 3 – 4, 4 – 6 bzw. 2 – 3 Stunden. Bei Verabreichung von 120 mg G. biloba-Extrakt als Lösung betrugen die Spitzenplasmakonzentrationen 25-33 ng/ml, 9-17 ng/ml und 19-35 ng/ml für Ginkgolid A, B und Bilobalid. Die entsprechende Halbwertszeit für Ginkgolid A betrug 5 Stunden, für Ginkgolid B 9-11 Stunden und für Bilobalid 3-4 Stunden.

Traditionelle Anwendungen

ausschließlich auf der Grundlage langjähriger Verwendung als traditionelles pflanzliches Arzneimittel

Ginkgo zur Linderung eines Schweregefühls in den Beinen und eines Kältegefühls in Händen und Füßen aufgrund von leichten Durchblutungsstörungen

Erst anwenden nachdem schwerwiegende Erkrankungen von einem Arzt ausgeschlossen worden sind.

Bewertung: 4 von 5.

Zum Schlucken (Orale Einnahme)

  • Pulverisierte Ginkgoblätter: Einzeldosis: 250-360 mg; Tagesdosis: 750 mg

Wenn die Symptome während der Anwendung länger als 2 Wochen andauern oder sich verschlimmern, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden, da Ödeme andere Ursachen haben können.

Vorsichtshinweis

Ginkgo-haltige Präparate können die Blutungsneigung erhöhen, das Arzneimittel sollte 3 bis 4 Tage vor einer Operation vorsichtshalber abgesetzt werden.

Nicht anwenden bei (Kontraindikation):

  • Überempfindlichkeit gegen den aktiven Wirkstoff
  • Ginkgo-Trockenextrakte in der Schwangerschaft, da G. biloba-Extrakte die Fähigkeit der Blutplättchen zur Verklumpung beeinträchtigen können und die Blutungsneigung erhöht sein kann.

Anwendung nicht empfohlen:

  • Bei Patienten mit Epilepsie kann das Auftreten weiterer Anfälle – begünstigt durch die Einnahme von Ginkgo-Präparaten – nicht ausgeschlossen werden.
  • Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren, da keine ausreichenden Daten vorliegen
  • In der Schwangerschaft und Stillzeit, da keine ausreichenden Daten vorliegen

Wechelwirkungen mit anderen Medikamenten (Interaktion):

  • Ginkgoblätter können die Wirkung von blutgerinnungshemmende Mittel wie Cumarinderivate verstärken.
  • Bei Patienten mit krankhaft erhöhter Blutungsneigung (hämorrhagische Diathese) und gleichzeitiger gerinnungshemmender und thrombozytenaggregationshemmender Behandlung sollte Ginkgo-Trockenextrakt nur nach Rücksprache mit dem Arzt angewendet werden. Bei gleichzeitiger Einnahme von Ginkgo-Trockenextrakt mit blutgerinnungshemmenden Mitteln (z. B. Phenprocoumon und Warfarin) oder Thrombozytenaggregationshemmern (z. B. Clopidogrel, Acetylsalicylsäure und andere nicht-steroidale Antirheumatika) kann deren Wirkung beeinträchtigt werden.
  • Die verfügbaren Studien mit Warfarin deuten nicht darauf hin, dass es eine Wechselwirkung zwischen Warfarin und G. biloba-Produkten gibt, aber eine angemessene Überwachung wird empfohlen, wenn mit der Einnahme von G. biloba begonnen wird, wenn die Dosis geändert wird, wenn die Einnahme von G. biloba beendet wird oder wenn das Produkt gewechselt wird.
  • Eine Interaktionsstudie mit Talinolol deutet darauf hin, dass G. biloba das P-Glykoprotein auf intestinaler Ebene hemmen kann. Dies kann zu einer erhöhten Exposition von Arzneimitteln führen, die im Darm stark von P-Glykoprotein beeinflusst werden, wie z. B. Dabigatranetexilat. Bei der Kombination von G. biloba und Dabigatran ist Vorsicht geboten.
  • Eine Interaktionsstudie hat gezeigt, dass die Cmax von Nifedipin durch G. biloba erhöht werden kann. Bei einigen Personen wurden Erhöhungen um bis zu 100 % beobachtet, die zu Schwindelgefühl und verstärkten Hitzewallungen führten.
  • Die gleichzeitige Anwendung von G. biloba-Präparaten und Efavirenz wird nicht empfohlen; die Plasmakonzentrationen von Efavirenz können aufgrund der Induktion von CYP3A4

Bekannte Nebenwirkungen:

Störungen des Blut- und Lymphsystems:

  • Blutungen in einzelnen Organen (Augen-, Nasen-, Gehirn- und Magen-Darm-Blutungen). Die Häufigkeit ist nicht bekannt.

Störungen des Nervensystems:

  • Sehr häufig: Kopfschmerzen
  • Häufig: Schwindelgefühl

Magen-Darm-Beschwerden:

  • Häufig: Durchfall, Unterleibsschmerzen, Übelkeit, Erbrechen

Störungen des Immunsystems:

  • Überempfindlichkeitsreaktionen (allergischer Schock) können auftreten. Die Häufigkeit ist nicht bekannt.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes:

  • Allergische Hautreaktionen (Erytheme, Ödeme, Juckreiz und Hautausschlag). Die Häufigkeit ist nicht bekannt.

Beim Auftreten unerwünschter Wirkungen sollte ein Arzt oder anderes qualifiziertes medizinisches Fachpersonal konsultiert werden.

Sicherheitsuntersuchungen

Die chronische Toxizität wurde oral über 6 Monate an Ratten und Hunden mit Tagesdosen von 20 und 100 mg/kg KG (entsprechend einem Sicherheitsfaktor von bis zu 3,3 bei Ratten und 11,6 bei Hunden) sowie mit inkrementellen Dosen von 300, 400 und 500 mg/kg KG (Ratte) bzw. 300 und 400 mg/kg KG (Hund) (entsprechend einem Sicherheitsfaktor von bis zu 16,8 bei Ratten und 46,3 bei Hunden) geprüft. Die Ergebnisse zeigten nur für Hunde eine geringe Toxizität in der höchsten Dosierungsgruppe.

Über die Reproduktionstoxizität des Trockenextrakts von Ginkgo biloba liegen nur begrenzte Informationen vor. Die veröffentlichten Daten sind widersprüchlich. Während eine ältere Studie an Ratten und Kaninchen und eine neuere Studie an Mäusen keine teratogenen, embryotoxischen oder schädlichen Auswirkungen auf die Fortpflanzung ergab, zeigte eine andere Studie an Mäusen Auswirkungen auf Fortpflanzungsparameter wie Fruchtbarkeit und Fortpflanzungsleistung und löste vaginale Blutungen aus. Auch Tests mit nicht spezifizierten oder leicht abweichenden Ginkgo-Extrakten wiesen auf Auswirkungen auf die fötale Entwicklung hin (mit und ohne maternale Toxizität) oder verursachten subkutane Blutungen, Hypopigmentierung, Wachstumshemmung und Anophthalmus bei Hühnerembryonen. Angemessene Tests zur Reproduktionstoxizität liegen nicht vor.

Untersuchungen zur Genotoxizität und Karzinogenität liegen für den Ginkgo biloba-Trockenextrakt nicht vor.
Ein Extrakt, der dem für die Monographie relevanten Extrakt ähnlich ist, wurde in einer Reihe von Studien auf Genotoxizität und Karzinogenität getestet. Er war positiv für Genmutationen in Bakterien. Ein Mikronukleustest an peripheren Mäuse-Erythrozyten ergab bei männlichen Tieren ein negatives und bei weiblichen Tieren ein zweideutiges Ergebnis.
Die in einer Karzinogenitätsstudie an Ratten festgestellten Schilddrüsentumore und die in einer Karzinogenitätsstudie an Mäusen festgestellten hepatozellulären Karzinome werden als nagerspezifische, nicht gentoxische Reaktionen angesehen, die (bei langfristiger Behandlung) mit hohen Dosen von Leberenzyminduktoren einhergehen. Diese Tumorarten werden als nicht relevant für den Menschen angesehen. Der Extrakt löste bei Mäusen bis zu 2000 mg/kg keine messbaren genotoxischen Wirkungen aus.

Quellennachweis

European Union herbal monograph über Ginkgo biloba L., folium des Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC) der European Medicines Agency (EMA)

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Rote Weinrebenblätter

Trauben, Weinreben Illustration

Lateinischer Name: Vitis viniferae folium
Botanischer Name: Vitis vinifera L.
Verwendeter Pflanzenteil: getrocknete Blätter

Weinblätter Illustration

Gut belegte Anwendung

Rote Blätter der Weinreben – Pflanzliches Arzneimittel zur Behandlung der chronischen Veneninsuffizienz, die charakterisiert wird durch geschwollene Beine, Krampfadern, Schweregefühl, Schmerzen, Müdigkeit, Juckreiz, Spannungsgefühl und Wadenkrämpfe

Bewertung: 4.5 von 5.

Zum Schlucken (Orale Einnahme)

  • Weinblätter-Trockenextrakt (DEV 4-6:1, Wasser): Einzeldosis: 360-720 mg; Tagesdosis: 360-720 mg

Die empfohlene Dauer der Anwendung beträgt 12 Wochen. 2 bis 3 Wochen der Behandlung können erforderlich sein, bevor eine positive Wirkung beobachtet wird. Eine Langzeitanwendung ist in Absprache mit einem Arzt möglich.

Wenn sich die Symptome während der Anwendung verschlimmern, nach 2 Wochen Anwendung immer noch vorliegen oder wenn Entzündungen der Haut, Thrombophlebitis oder subkutane Verhärtungen, starke Schmerzen, Geschwüre, plötzliche Schwellung eines oder beider Beine, Herz- oder Niereninsuffizienz auftreten, sollte ein Arzt oder Apotheker aufgesucht werden, da Ödeme andere Ursachen haben können.

Wirkungsweise

Die Wirksamkeit eines oral verabreichten Trockenextrakts aus Weinblättern (4-6:1) zur Verringerung von Ödemen wurde bei Patienten mit chronisch venöser Insuffizienz (CVI, Grad I oder II) untersucht. Der Extrakt aus Weinblättern verbessert den mikrovaskulären Blutfluss bei CVI-Patienten.

Traditionelle Anwendungen

ausschließlich auf der Grundlage langjähriger Verwendung als traditionelles pflanzliches Arzneimittel

Rote Blätter der Weinreben zur Linderung von Beschwerden und Schweregefühl in den Beinen im Zusammenhang mit leichten venösen Durchblutungsstörungen

Bewertung: 4.5 von 5.

Zum Schlucken (Orale Einnahme)

  • Kräutertee: 5-10 g der Zerkleinerter Weinblätter in 250 ml kochendem Wasser als Aufguss, 2-mal täglich.
  • Pulverisierte Weinblätter: 270-350 mg, 3- bis 5-mal täglich

Auf der Haut aufgetragen/äußere Anwendung (Kutane Anwendung)

  • Weinblätter-Dickextrakt (DEV 2,5-4:1; Wasser) in einer Cremegrundlage (10 g enthalten 282 mg Weinblätter-Dickextrakt); 1- bis 3-mal täglich eine dünne Schicht auf der betroffene Stelle auftragen
    Sollte nicht auf verletzter Haut, in der Nähe der Augen oder auf Schleimhäuten verwendet werden.

Die empfohlene Anwendungsdauer beträgt 4 Wochen. Wenn die Symptome während der Anwendung länger als 2 Wochen andauern, sich verschlimmern oder wenn Entzündung der Haut, Thrombophlebitis oder subkutane Verhärtung, starke Schmerzen, Geschwüre, plötzliche Schwellung eines oder beider Beine, Herz- oder Niereninsuffizienz auftreten, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden, da Ödeme andere Ursachen haben können.

Rote Blätter der Weinreben zur Linderung von Juckreiz und Brennen im Zusammenhang mit Hämorrhoiden

Nur Anwenden nachdem ernsthafte Erkrankungen durch einen Arzt ausgeschlossen wurden.

Bewertung: 4 von 5.

Zum Schlucken (Orale Einnahme)

  • Kräutertee: 5-10 g der Zerkleinerter Weinblätter in 250 ml kochendem Wasser als Aufguss, 2-mal täglich.
  • Pulverisierte Weinblätter: 270-350 mg, 3- bis 5-mal täglich

Wenn die Symptome während der Anwendung länger als 1 Woche andauern, sich verschlimmern oder wenn rektale Blutungen auftreten, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Rote Blätter der Weinreben zur Behandlung der Kapillarbrüchigkeit der Haut

Bewertung: 4 von 5.

Zum Schlucken (Orale Einnahme)

  • Kräutertee: 5-10 g der Zerkleinerter Weinblätter in 250 ml kochendem Wasser als Aufguss, 2-mal täglich.
  • Pulverisierte Weinblätter: 270-350 mg, 3- bis 5-mal täglich

Wenn die Symptome während der Anwendung länger als 1 Woche andauern oder sich verschlimmern, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden, da Ödeme andere Ursachen haben können.

Vorsichtshinweis

Nicht anwenden bei (Kontraindikation):

  • Überempfindlichkeit gegen den aktiven Wirkstoff

Anwendung nicht empfohlen:

  • Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren, da keine ausreichenden Daten vorliegen
  • In der Schwangerschaft und Stillzeit, da keine ausreichenden Daten vorliegen

Bekannte Nebenwirkungen:

  • Kontaktallergie und/oder Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut wie Juckreiz und Rötung, Urtikaria. Die Häufigkeit ist nicht bekannt.
  • Orale Anwendung: Übelkeit, Magen-Darm-Beschwerden und Kopfschmerzen. Die Häufigkeit ist nicht bekannt.

Beim Auftreten unerwünschter Wirkungen sollte ein Arzt oder anderes qualifiziertes medizinisches Fachpersonal konsultiert werden.

Sicherheitsuntersuchungen:

Keine Anzeichen von akuter Toxizität bei Ratten oder Mäusen nach oraler Verabreichung von 10.000 mg/kg Körpergewicht. Keine subakute Toxizität bei Ratten, in Dosen bis zu 250 mg/kg Körpergewicht täglich über 90 Tage. Im Mikronukleustest, im Genmutationstest an V79-Zellen chinesischer Hamster und im Ames-Salmonella/Mikrosomenplatten-Inkorporationstest erwies sich der Extrakt aus Weinblätter als nicht
mutagen. Die Teratogenitätsstudie an Kaninchen (Behandlung vom 6. bis 18. Tag der Trächtigkeit) ergab keine toxischen Wirkungen bei Dosierungen bis zu 3.000 mg/kg Körpergewicht. Die Tests zur Genotoxizität und Reproduktionstoxizität geben keinen Anlass zur Besorgnis.

Quellennachweis

European Union herbal monograph über Vitis vinifera L., folium des Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC) der European Medicines Agency (EMA)

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Cranberry

Cranberry Illustration

weitere deutsche Bezeichung: Moosbeere
Lateinischer Name: Vaccinii macrocarpi fructus
Botanischer Name: Vaccinium macrocarpon Aiton
Verwendeter Pflanzenteil: Früchte (Beeren)

Cranberry Illustration

Traditionelle Anwendungen

ausschließlich auf der Grundlage langjähriger Verwendung als traditionelles pflanzliches Arzneimittel

Cranberry zur Linderung von leichten wiederkehrenden Infektionen der unteren Harnwege wie Brennen beim Wasserlassen und/oder häufiges Wasserlassen bei Frauen

Erst anwenden nachdem ernsthafte Erkrankungen durch einen Arzt ausgeschlossen wurden.

Bewertung: 4 von 5.

Zum Schlucken (Orale Einnahme)

  • Cranberry-Frischpflanzenpresssaft (DEV 1:0,6-0,9): 50 – 80 ml; 2- bis 4-mal täglich

Wenn die Symptome während der Anwendung länger als 4 Tage andauern, sich verschlimmern oder wenn Beschwerden wie Fieber, schmerhaftes Wasserlassen (Dysurie), Krämpfe oder Blut im Urin auftreten, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Cranberry zur Vorbeugung von wiederkehrenden unkomplizierten Infektionen der unteren Harnwege bei Frauen

Erst anwenden nachdem ernsthafte Erkrankungen durch einen Arzt ausgeschlossen wurden.

Bewertung: 3.5 von 5.

Zum Schlucken (Orale Einnahme)

  • Cranberry-Frischpflanzenpresssaft (DEV 1:0,6-0,9): 15 – 80 ml; 2-mal täglich

Die Anwendung hat keine zeitliche Einschränkung. Wenn während der Anwendung Symptome einer Harnwegsinfektion auftreten, wenn sich die Symptome verschlimmern oder wenn Beschwerden wie Fieber, schmerzhaftes Wasserlassen (Dysurie), Krämpfe oder Blut im Urin auftreten, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Vorsichtshinweis

Cranberry-Konzentrat hat einen hohen Gehalt an Oxalat, und es kann bei Patienten mit Harnsteinen in der Anamnese ein erhöhtes Risiko der Steinbildung in den Harnwegen vorliegen.

Nicht anwenden bei (Kontraindikation):

  • Überempfindlichkeit gegen Cranberry (Vaccinium macrocarpon Ait.) Früchte
  • Nierenerkrankungen mit wiederkehrenden Harnwegsinfektionen, diese benötigen medizinische Überwachung.
  • Gleichzeitige Anwendung mit Tacrolimus und Warfarin (Interaktion)

Anwendung nicht empfohlen:

  • Bei Kindern und Jugendliche unter 18 Jahren, da keine ausreichenden Daten vorliegen und ärztlicher Rat gesucht werden sollte.
  • Bei Männern und schwangeren Frauen, da Symptome der unteren Harnwege in diesen Bevölkerungsgruppen ärztliche Überwachung erfordern.
  • In der Stillzeit, da keine ausreichenden Daten vorliegen.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten (Interaktion):

  • Cranberry-Saft und andere Cranberry-Produkte können die Wirkung von Warfarin verstärken und sind daher bei gleichzeitiger Anwendung kontraindiziert.
  • Bei der gleichzeitigen Anwendung von Cranberrysaft und Tacrolimus bei einem nierentransplantierten Patienten wurde über erniedrigte Tacrolimus-Serumspiegel berichtet. Die gleichzeitige Anwendung von Cranberry-Zubereitungen und Tacrolimus ist kontraindiziert.

Bekannte Nebenwirkungen:

  • Gastrointestinale Störungen: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung und Dyspepsie. Die Häufigkeit ist nicht bekannt.
  • Störungen der Haut und des Unterhautgewebes: Urtikaria und Hautausschlag. Die Häufigkeit ist nicht bekannt.

Beim Auftreten von unerwünschten Wirkungen sollte ein Arzt oder eine qualifizierte medizinische Fachkraft konsultiert werden.

Quellennachweis

European Union herbal monograph über Vaccinium macrocarpon Aiton, fructus des Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC) der European Medicines Agency (EMA)

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Teebaumöl

Teebaum Illustration

Lateinischer Name: Melaleucae aetheroleum
Botanischer Name: Melaleuca alternifolia (Maiden and Betche) Cheel
Verwendeter Pflanzenteil: Ätherisches Öl, aus Wasserdampfdestillation der frischen Blätter und endständige Zweige

Teebaum Illastration

Traditionelle Anwendungen

ausschließlich auf der Grundlage langjähriger Verwendung als traditionelles pflanzliches Arzneimittel

Teebaumöl Zur Behandlung von kleinen oberflächlichen Wunden, Insektenstichen

Bewertung: 4 von 5.

Auf der Haut aufgetragen/äußere Anwendung (Kutane Anwendung)

  • 0,03-0,07 ml unverdünntes ätherisches Teebaumöl, 1- bis 3-mal täglich mit einem Wattestäbchen auf der betroffene Stelle auftragen
  • Flüssige Zubereitungen: mit 0,5 % bis 10 % ätherischem Teebaumöl, 1- bis 3-mal täglich auf die betroffene Stelle auftragen

Wenn die Symptome während der Anwendung länger als 1 Woche andauern, sich verschlimmern oder wenn Fieber oder Anzeichen einer sich verschlimmernden Hautinfektion auftreten, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Teebaumöl zur Behandlung kleiner Geschwüre (Furunkel und leichte Akne)

Bewertung: 4 von 5.

Auf der Haut aufgetragen/äußere Anwendung (Kutane Anwendung)

  • Ölige flüssige oder halbfeste Zubereitungen: die 10 % ätherisches Teebaumöl; 1- bis 3-mal täglich auf der betroffenen Stelle auftragen
  • Kompresse: 0,7-1 ml ätherisches Teebaumöl in 100 ml lauwarmem Wasser verrührt, als imprägnierte Kompresse auf die betroffenen Hautstellen auftragen
  • Unverdünntes ätherisches Teebaumöl, 2- bis 3-mal täglich mit einem Wattestäbchen auf das Geschwür auftragen

Nicht länger als 1 Monat anwenden. Wenn die Symptome während der Anwendung andauern, sich verschlimmern oder in Fällen von schwerer Akne, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Teebaumöl zur Linderung von Juckreiz und Reizungen bei leichtem Fußpilz

Bewertung: 4 von 5.

Auf der Haut aufgetragen/äußere Anwendung (Kutane Anwendung)

  • Ölige flüssige oder halbfeste Zubereitungen: die 10 % ätherisches Teebaumöl enthalten; 1- bis 3-mal täglich auf der betroffenen Stelle auftragen
  • 0,17-0,33 ml ätherisches Teebaumöl in einer angemessenen Menge warmen Wassers, um die Füße zu bedecken. Die Füße 5-10 Minuten pro Tag einweichen
  • Unverdünntes ätherisches Teebaumöl, 2- bis 3-mal täglich mit einem Wattestäbchen auf der betroffene Stelle auftragen

Nicht länger als 1 Monat anwenden. Wenn die Symptome während der Anwendung andauern, sich verschlimmern oder zur Tilgung von Pilzinfektionen, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Teebaumöl zur Behandlung von leichten Entzündungen der Mundschleimhaut

Bewertung: 4 von 5.

An der Mundschleimhaut (Oromukosale Anwendung)

  • 0,17-0,33 ml ätherisches Teebaumöl in 100 ml Wasser einrühren, zum Spülen oder Gurgeln; mehrmals täglich

Nicht Schlucken!

Wenn die Symptome während der Anwendung länger als 5 Tage andauern oder sich verschlimmern, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Vorsichtshinweis

Bei Auftreten eines Ausschlags die Anwendung abbrechen. Nicht zur oralen Einnahme oder zum Einatmen verwenden. Nicht in den Augen oder in den Ohren verwenden.

Nicht anwenden bei (Kontraindikation):

  • Überempfindlichkeit gegen den aktiven Wirkstoff
  • Überempfindlichkeit gegen Kolophonium

Anwendung nicht empfohlen:

  • Bei Kindern unter 12 Jahren, da keine ausreichenden Daten vorliegen
  • In der Schwangerschaft und Stillzeit, da keine ausreichenden Daten vorliegen

Bekannte Nebenwirkungen:

  • unerwünschte Hautreaktionen wie stechenden Schmerz, leichten Juckreiz, Brennen, Reizung, Stechen, Erytheme (Hautrötungen), Ödeme (Kontaktdermatitis) oder andere allergische Reaktionen. Die Häufigkeit ist nicht bekannt.
  • Verbrennungsähnliche Hautreaktionen. Die Häufigkeit ist selten (<1/1000).

Anzeichen einer Überdosierung:

  • Ein versehentliches Verschlucken kann zu einer Depression des zentralen Nervensystems und Muskelschwäche führen. Bei Erwachsenen klingen diese Symptome jedoch im Allgemeinen innerhalb von 36 Stunden ab. Bei Verschlucken sollte der Patient überwacht werden und bei Bedarf eine unterstützende Standardbehandlung erhalten.
  • Bei Kindern ist das Verschlucken von Teebaumöl ein medizinischer Notfall, der eine sofortige Behandlung im Krankenhaus und Unterstützung der Atmung erfordert.

Beim Auftreten von unerwünschten Wirkungen sollte ein Arzt oder eine qualifizierte medizinische Fachkraft konsultiert werden.

Sicherheitsuntersuchungen:

Teebaumöl war im Chromosomenaberrationstest an menschlichen Lymphozyten in vitro nicht klastogen und im In-vivo-Mikronukleustest an der Maus (bis zu 1750 mg/kg) nicht genotoxisch. Die Daten des Ames-Tests sind unvollständig.

Zur Lagerung in luftdicht verschlossenen Behältern und vor Licht und Wärme geschützt aufbewahren. Richtige Lagerung und Handhabung sind erforderlich, um die Bildung von Oxidationsprodukten zu vermeiden, die ein größeres Potenzial zur Sensibilisierung der Haut haben.

Quellennachweis

European Union herbal monograph über Melaleuca alternifolia (Maiden and Betch) Cheel, M. linariifolia Smith, M. dissitiflora F. Mueller und/oder andere species of Melaleuca, aetheroleum des Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC) der European Medicines Agency (EMA)

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Kamille

Kamille Illustration

Botanischer Name: Matricaria recutita L.

Deutsche Bezeichnung: Kamillenblüten
Lateinischer Name: Matricariae flos
Verwendeter Pflanzenteil: getrocknete Blüten

Deutsche Bezeichnung: Kamillenöl
Lateinischer Name: Matricariae aetheroleum
Verwendeter Pflanzenteil: Ätherisches Öl aus Wasserdampfdestillation der frischen oder getrockneten Blüten bzw. blühenden Spitzen

Kamille Illustration

Siehe auch: Römische Kamillie

Traditionelle Anwendungen

ausschließlich auf der Grundlage langjähriger Verwendung als traditionelles pflanzliches Arzneimittel

Kamille zur Behandlung leichter Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, wie z. B. Blähungen und leichte Krämpfe

Bewertung: 4 von 5.

Zum Schlucken, Trinken (Orale Einnahme)

  • Kräutertee: Ab 12 Jahre: 1,5-4 g der ganzen oder zerkleinerte Kamilleblüten in 150 ml kochendem Wasser als Aufguss; 3- bis 4-mal täglich
    6 Monate – 2 Jahre: 0,5-1,0 g; 2- bis 4-mal täglich
    2-6 Jahre: 1,0-1,5 g; 2- bis 4-mal täglich
    6-12 Jahre: 1,5-3,0 g; 2- bis 4-mal täglich
  • weitere Anwendungsformen: Kamille-Flüssigextrakte

Wenn die Symptome während der Anwendung länger als 1 Woche andauern oder sich verschlimmern, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Die orale Einnahme des Kräutertees für Kinder unter 6 Monaten wurde aufgrund allgemeiner Überlegungen zur Ernährung und Flüssigkeitsaufnahme nicht nachgewiesen. Für Flüssigextrakte ist die Anwendung bei Kindern unter 6 bzw. 12 Jahren nicht empfohlen, da keine ausreichenden Daten vorliegen (siehe Packungsbeilage).

Kamille zur Linderung von Erkältungssymptomen

Bewertung: 3.5 von 5.

Zum Inhalieren

  • Ab 12 Jahre: 3-10 g der ganzen oder zerkleinerten Kamilleblüten in 100 ml heißem Wasser zur Inhalation; mehrmals täglich
    6-12 Jahre: 2-5 g der ganzen oder zerkleinerten Kamilleblüten in 100 ml heißem Wasser zum Inhalieren; 1- bis 2-mal täglich
  • weitere Anwendungsformen: Kamille-Flüssigextrakte

Wenn die Symptome während der Anwendung länger als 1 Woche andauern oder sich verschlimmern, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Die Anwendung bei Kindern unter 6 Jahren wird nicht empfohlen, da keine ausreichenden Daten vorliegen. Für Flüssigextrakte ist die Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren nicht empfohlen, da keine ausreichenden Daten vorliegen.

Kamille zur Behandlung kleiner Geschwüre (offener Wunden) und Entzündung im Mund- und Rachenraum

Bewertung: 4 von 5.

An der Mundschleimhaut (Oromukosale Anwendung)

  • Ab 12 Jahre: 1-5 g der ganzen oder zerkleinerten Kamilleblüten in 100 ml Wasser als Aufguss, zum Spülen und Gurgeln; mehrmals täglich
  • weitere Anwendungsformen: Kamille-Flüssigextrakte

Wenn die Symptome während der Anwendung länger als 1 Woche andauern oder sich verschlimmern, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Die Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren wird nicht empfohlen, da keine ausreichenden Daten vorliegen.


Kamille als Zusatzbehandlung bei Reizungen der Haut und im Bereich des Afters und der Genitalien

Nur Anwenden nachdem schwere Erkrankungen von einem Arzt ausgeschlossen wurden

Bewertung: 3 von 5.

Auf der Haut aufgetragen/äußere Anwendung (Kutane Anwendung)

  • Ab 12 Jahre – Spülung: 4,5-5 g der ganzen oder zerkleinerten Kamilleblüten pro 1 l Wasser als Aufguss zur Spülung; mehrmals täglich
  • Als Badezusatz: 0,5 – 1 mg ätherisches Kamilleöl pro Liter Badewasser (Vollbad: ca. 100 Liter; Teilbad: 20 – 50 Liter), Vollbad: ein Bad pro Tag oder jeden zweiten Tag; Teilbad: ein- bis zweimal pro Tag; Dauer des Bades: 10 – 20 Minuten; Empfohlene Badetemperatur: 35 – 38 °C
  • weitere Anwendungsformen: Kamille-Flüssigextrakte, Kamille-Trockenextrakt

Wenn die Symptome während der Anwendung länger als 1 Woche andauern oder sich verschlimmern, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Die Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren wird nicht empfohlen, da keine ausreichenden Daten vorliegen. Es gibt auch Flüssigextrakte die für Kinder ab 4 Wochen zulässig sind.


Kamille zur Behandlung leichter Entzündungen der Haut (Sonnenbrand), oberflächlicher Wunden und kleiner Beulen (Furunkeln)

Bewertung: 3.5 von 5.

Auf der Haut aufgetragen/äußere Anwendung (Kutane Anwendung); Badezusatz

  • Ab 12 Jahre – Waschung/Kompresse: 3-10 g der ganzen oder zerkleinerten Kamilleblüten in 100 ml Wasser als Aufguss für Waschungen und getränkte Kompressen; mehrmals täglich
  • weitere Anwendungsformen: Kamille-Flüssigextrakte, Kamille-Trockenextrakte

Wenn die Symptome während der Anwendung länger als 1 Woche andauern oder sich verschlimmern, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Die Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren wird nicht empfohlen, da keine ausreichenden Daten vorliegen. Es gibt auch Flüssigextrakte, die für Kinder ab 4 Wochen zulässig sind.

Vorsichtshinweis

Nicht anwenden bei (Kontraindikation):

  • Überempfindlichkeit gegen den aktiven Wirkstoff
  • Überempfindlichkeit gegen andere Pflanzen aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae)
  • Vollbäder und Teilbäder: bei offenen Wunden, großen Hautverletzungen, akuten Hauterkrankungen, hohem Fieber und schweren Infektionen
  • Vollbäder: bei schweren Kreislaufstörungen und Herzschwäche

Anwendung nicht empfohlen:

  • Ätherischen Ölen, Flüssig- und Trockenextrakten in der Schwangerschaft und Stillzeit, da keine ausreichenden Daten vorliegen.
    Die Sicherheit der Kamilleblüten während der Schwangerschaft und Stillzeit wurde nachgewiesen. Gegebenenfalls sollten vor dem Stillen des Babys die Brustwarzen von kamillehaltigen Produkten der äußeren Anwendung gereinigt werden, um eine Sensibilisierung des Babys zu verhindern.

Bei Tinkturen und Extrakten kann Alkohol (Ethanol) enthalten sein.

Bekannte Nebenwirkungen:

  • Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich schwerer allergischer Reaktion (Atemnot, Quincke-Ödem, Gefäßkollaps, anaphylaktischer Schock) nach Schleimhautkontakt mit flüssigen Kamillenzubereitungen. Die Häufigkeit ist nicht bekannt.

Beim Auftreten von unerwünschten Wirkungen sollte ein Arzt oder eine qualifizierte medizinische Fachkraft konsultiert werden.

Quellennachweis

European Union herbal monograph über Matricaria recutita L., flos und Matricaria recutita L., aetheroleum des Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC) der European Medicines Agency (EMA)

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Fenchel (verschiedene Varianten)

Fenchel Illustration

Deutsche Bezeichnung: Süßer Fenchel
Lateinischer Name: Foeniculi dulcis fructus
Botanischer Name: Foeniculum vulgare Miller subsp. vulgare var. dulce (Mill.) Batt. & Trab.
Verwendeter Pflanzenteil: frische oder getrocknete Früchte

Deutsche Bezeichnung: Bitterer Fenchel
Lateinischer Name: Foeniculi amari fructus
Botanischer Name: Foeniculum vulgare Miller subsp. vulgare var. vulgare
Verwendeter Pflanzenteil: frische oder getrocknete Früchte

Fenchel Illustration

Traditionelle Anwendungen

ausschließlich auf der Grundlage langjähriger Verwendung als traditionelles pflanzliches Arzneimittel

Fenchel zur Behandlung leichter, krampfartiger Magen-Darm-Beschwerden, einschließlich Völlegefühl und Blähungen

Bewertung: 4 von 5.

Zum Schlucken (Orale Einnahme)

  • Kräutertee – Ab 12 Jahre: 1,5 g der frischen Fenchelfrüchte (bitterer oder süß) in 250 ml kochendem Wasser als Aufguss (15 Minuten ziehen lassen); 3-mal täglich
    Zwischen 4 bis 12 Jahren: 1,0 g der frischen Fenchelfrüchte in 100 ml kochendem Wasser als Aufguss (15 Minuten ziehen lassen); 3-mal täglich

Darf nicht länger als 2 Wochen eingenommen werden. Bei Kinder zwischen 4 und 12 Jahren nur zur kurzfristigen Anwendung (weniger als 1 Woche) bei leichten vorübergehenden Symptomen. Wenn die Symptome während der Anwendung andauern oder sich verschlimmern, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Die Anwendung bei Kindern zwischen 4 und 12 Jahren wird nicht empfohlen, wenn die tägliche Aufnahme von Estragol den Richtwert von 1,0 μg/kg Körpergewicht überschreitet, es sei denn, dies ist durch eine Risikobewertung auf der Grundlage angemessener Sicherheitsdaten gerechtfertigt.
Die Anwendung bei Kindern unter 4 Jahren wird ohne den Rat eines Kinderarztes nicht empfohlen.

Fenchel zur Behandlung leichter krampfartiger Regelbeschwerden

Bewertung: 4 von 5.

Zum Schlucken (Orale Einnahme)

  • Kräutertee – Ab 12 Jahre: 1,5 g der frischen Fenchelfrüchte (bitterer oder süß) in 250 ml kochendem Wasser als Aufguss (15 Minuten ziehen lassen); 3-mal täglich

Darf nicht länger als 2 Wochen eingenommen werden. Wenn die Symptome während der Anwendung andauern oder sich verschlimmern, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Die Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren wird nicht empfohlen, da keine ausreichenden Daten vorliegen.

Fenchel als Schleimlösender (auswurffördernd) bei Erkältungshusten

Bewertung: 4 von 5.

Zum Schlucken (Orale Einnahme)

  • Kräutertee – Ab 12 Jahre: 1,5 g der frischen Fenchelfrüchte (bitterer oder süß) in 250 ml kochendem Wasser als Aufguss (15 Minuten ziehen lassen); 3-mal täglich
    Zwischen 4 bis 12 Jahren: 1,0 g der frischen Früchte in 100 ml kochendem Wasser als Aufguss (15 Minuten ziehen lassen); 3-mal täglich

Darf nicht länger als 2 Wochen eingenommen werden. Bei Kinder zwischen 4 und 12 Jahren nur zur kurzfristigen Anwendung (weniger als 1 Woche) bei leichten vorübergehenden Symptomen. Wenn die Symptome während der Anwendung andauern oder sich verschlimmern, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Die Anwendung bei Kindern zwischen 4 und 12 Jahren wird nicht empfohlen, wenn die tägliche Aufnahme von Estragol den Richtwert von 1,0 μg/kg Körpergewicht überschreitet, es sei denn, dies ist durch eine Risikobewertung auf der Grundlage angemessener Sicherheitsdaten gerechtfertigt.

Die Anwendung bei Kindern unter 4 Jahren wird ohne den Rat eines Kinderarztes nicht empfohlen.

Vorsichtshinweis

Nicht anwenden bei (Kontraindikation):

  • Überempfindlichkeit gegen den aktiven Wirkstoff
  • Überempfindlichkeit gegen andere Pflanzen aus der Familie Apiaceae (Doldenblütler) wie Anis, Kümmel, Sellerie, Koriander und Dill
  • Überempfindlichkeit gegen Anethol
  • Überempfindlichkeit gegen Beifußpollen, aufgrund einer Kreuzreaktivität

Anwendung nicht empfohlen:

  • In der Schwangerschaft und Stillzeit, da keine ausreichenden Daten vorliegen. Es gibt Hinweise darauf, dass trans-Anethol in die menschliche Muttermilch ausgeschieden wird.

Bekannte Nebenwirkungen:

  • Allergische Reaktionen auf Fenchel, die die Haut oder die Atemwege betreffen. Die Häufigkeit ist nicht bekannt.

Bei Tinkturen und Extrakten kann Alkohol (Ethanol) enthalten sein.

Beim Auftreten von unerwünschten Wirkungen sollte ein Arzt oder eine qualifizierte medizinische Fachkraft konsultiert werden.

Sicherheitsuntersuchungen

Ein wässriger Fenchelextrakt wurde in einem Ames-Test an den Salmonella-Typhimurium-Stämmen TA98 und TA100 getestet und erwies sich als negativ. Die Ergebnisse von Studien, die an Labortieren durchgeführt wurden, zeigten eine schwache mutagene Aktivität von Anethol.
Mehrere Studien haben die karzinogene Wirkung von Estragol und einigen seiner Metaboliten bei Mäusen (Lebertumore) nachgewiesen und zeigten suggestive, aber indirekte Hinweise auf Karzinogenität bei Ratten. Estragol gilt als genotoxisches Karzinogen bei Nagetieren.
Ein wässriger Extrakt aus Fenchelsamen, der täglich 24 weiblichen BALB/c-Mäusen vom 6. bis zum 15. Tag der Schwangerschaft verabreicht wurde, zeigte eine dosisabhängige teratogene Wirkung. Die embryotoxische Wirkung führte zu morphologischen Veränderungen, Skelettstörungen und zellulären Veränderungen. Die Relevanz der beobachteten Wirkungen ist durch die geringe Anzahl der getesteten Tiere begrenzt.

Die Menge an Estragol muss in pflanzlichen Zubereitungen zur oralen Anwendung angegeben werden.
Aufgrund der allgemein anerkannten Hinweise auf genotoxische Karzinogenität sollte die Exposition gegenüber Estragol so niedrig wie praktisch möglich gehalten werden.
Bei schwangeren und stillenden Frauen muss die tägliche Aufnahme von Estragol unter 0,05 mg/Person pro Tag liegen.
Bei Kindern unter 12 Jahren muss die tägliche Aufnahmemenge von Estragol unter 1,0 μg/kg Körpergewicht liegen.

Quellennachweis

European Union herbal monograph Foeniculum vulgare Miller subsp. vulgare var. vulgare, fructus über Foeniculum vulgare Miller subsp. vulgare var. dulce (Miller) Thellung., fructus und des Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC) der European Medicines Agency (EMA)

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Kretisches Dostenkraut

Lateinischer Name: Origani dictamni herba
Botanischer Name: Origanum dictamnus L.
Verwendeter Pflanzenteil: getrocknete Blüten

Traditionelle Anwendungen

ausschließlich auf der Grundlage langjähriger Verwendung als traditionelles pflanzliches Arzneimittel

A) Zur Linderung von erkältungsbedingtem Husten

Bewertung: 3.5 von 5.

Zum Schlucken, Trinken (Orale Einnahme)

  • Kräutertee: 1,5 – 7 g des zerkleinerten Krautes in 150 ml kochendem Wasser als Aufguss (2 – 4 Minuten ziehen lassen), 3-mal täglich.

Wenn die Symptome während der Anwendung länger als 1 Woche andauern, sich verschlimmern oder wenn Atemnot, hohes Fieber oder eitriger Auswurf auftritt, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird nicht empfohlen, da keine ausreichenden Daten vorliegen.

B) Gegen leichte Magen-Darm-Beschwerden wie z. B. Völlegefühl oder Verdauungsprobleme

Bewertung: 3.5 von 5.

Zum Schlucken, Trinken (Orale Einnahme)

  • Kräutertee: 1,5 – 7 g des zerkleinerten Krautes in 150 ml kochendem Wasser als Aufguss (2 – 4 Minuten ziehen lassen), 3-mal täglich.

Wenn die Symptome während der Anwendung länger als 2 Wochen andauern oder sich verschlimmern, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird nicht empfohlen, da keine ausreichenden Daten vorliegen.

C) bei leichten Hautentzündungen und Prellungen

Bewertung: 3.5 von 5.

Auf der Haut aufgetragen/äußere Anwendung (Kutane Anwendung)

  • Als Umschlag: 30 – 75 g des zerkleinerten Krautes in 1 l Wasser als Aufguss oder Abkochung; 2- bis 5-mal täglich in Form einer feuchten, getränkten Kompresse auf die betroffene Stelle auftragen.

Wenn die Symptome während der Anwendung länger als 2 Wochen andauern oder sich verschlimmern, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Die Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren wird nicht empfohlen, da keine ausreichenden Daten vorliegen.

Vorsichtshinweis

Nicht anwenden bei (Kontraindikation):

  • Überempfindlichkeit gegen den aktiven Wirkstoff
  • Überempfindlichkeit gegen andere Pflanzen aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae)

Anwendung nicht empfohlen:

  • In der Schwangerschaft und Stillzeit, da keine ausreichenden Daten vorliegen

Beim Auftreten von unerwünschten Wirkungen sollte ein Arzt oder eine qualifizierte medizinische Fachkraft konsultiert werden.

Quellennachweis

European Union herbal monograph über Origanum dictamnus L., herba des Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC) der European Medicines Agency (EMA)