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Bockshornklee (Trigonella foenum-graecum)

Überblick

Weitere Namen: Filigrazie, Gelblicher Schabzieglerklee, Griechisch Heu, Kuhhornklee, Stundenkraut
Pflanzenfamilie: Schmetterlingsblütler (Fabaceae)
Vorkommen: Mittelmeergebiet, Indien, China, Ukraine
Verwendete Pflanzenteile: Samen

Nachgewiesene Wirksamkeit
  • Appetitmangel, Auszehrung, Gewichtsverlust
  • Äußerlich als Umschlag bei Hautentzündungen, Ekzemen, Geschwüren
Wirkungspotential
  • Schleimlösend bei Bronchitis
  • Menstruationsbeschwerden
  • Förderung der Regelblutung
  • Wechseljahrsbeschwerden
  • Impotenz
  • Verdauungsprobleme, Magenschmerzen
  • Schmerzen (Hexenschuss, Kopfschmerzen, Verspannungen,…)
  • Rheumatische Beschwerden
Erfahrungsmedizin
  • Schleimhautentzündungen
  • Diabetes Typ 2
  • Cholesterinsenkend


Allgemeines

Bockshornklee gehört zu den ältesten Arznei- und Kulturpflanzen der Erde und wird in Indien, Teilen von Asien und Ägypten seit mehr als 2500 Jahren verwendet. Seither wird er schon für Breiumschläge bei Entzündungen, bei Furunkeln, Geschwüren und Ekzemen, sowie bei Schmerzen angewandt. In der indischen und chinesischen Volksmedizin werden die gelben Samen für ihre entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften geschätzt. [1]

In den letzten Jahrzehnten wurden mehrere gesundheitsfördernde physiologische Eigenschaften von Bockshornkleesamen sowohl in Tierversuchen als auch in kleinen Pilot-Studien am Menschen untersucht. Dazu gehören die antidiabetische Wirkung, der cholesterinsenkende Einfluss, die antioxidative, die verdauungsfördernde und die leberschützende Wirkung. [2]

Erste Studien haben Auswirkungen von Bockshornklee auf den Hormonspiegel v.a. bei Männern untersucht. Dabei konnte ein signifikanter Effekt auf den Testosteronspiegel und eine östrogensenkende Wirkung beobachtet werden. [3]

Bockshornkleetee förderte in mehreren Studien bei stillenden Frauen die Muttermilchproduktion und Gewichtszunahme der Säuglinge. [4]

Das Wirkpotential bei Menstruationsbeschwerden und Hormonbalance ist durch den nachweislichen Diosgenin und Phytoöstrogenanteil sowie den Einfluss auf die Sexualhormone naheliegend, muss aber durch wissenschaftliche Studien weiter erforscht und bestätigt werden.

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Wirkungsweise [5]

Etwa ein Drittel der Inhaltsstoffe von Bockshornklee besteht aus Schleimstoffen, etwa 25% Proteine und 8% machen Fette und ätherische Öle aus. In kleineren Mengen sind außerdem Eisen, Saponine und Bitterstoffe vorhanden.

Diosgenin reduziert die Bildung entzündlicher Botenstoffe und weist vermutlich auch eine virostatische Wirkung auf. Enthaltene Schleimstoffe legen sich schützend auf gereizte Schleimhäute und fördern die Fortbewegung durch die Darmpassage.
Die Appetitanregende und verdauungsfördernde Wirkung ist auf den aromatischen, leicht bitteren Geschmack zurückzuführen.

Die cholesterinsenkende Wirkung beruht vermutlich auf einer Verminderung der Cholesterinresorption aus dem Darm und eine Interaktion der enthaltenen Saponine mit den Salzen der Gallensäure, die zu einer erhöhten Stuhl-Ausscheidungsrate über den Darm führt.

Die blutzuckersenkende Wirkung basiert auf einer Resorptionsverzögerung durch die enthaltenen Galaktomannane sowie eventuell auch zusätzlich hypoglykämisch wirkende Stoffe.

Anwendung & Dosierung [6]

Teezubereitung

Aufguss: ca. 2-2,5g Bockshornkleepulver auf 250ml Wasser, 3xtgl. vor den Mahlzeiten 1 Tasse trinken.

Kaltauszug: ca. 2-2,5g Bockshornkleepulver mit 250ml Wasser, 3h stehen lassen

Äußere Anwendung

Breiumschlag: 25-50g Bockshornkleepulver mit heißem Wasser zu einem Brei verrühren, ggf. für mehr Geschmeidigkeit 1 TL Öl hinzufügen und fingerdick auf ein angefeuchtetes Mull- oder Baumwolltuch auftragen. An den Ecken umschlagen und auf die zu behandelnde Stelle legen. Zwischentuch darüberlegen und mit einer Binde fixieren. 1-mal täglich für 45-120min anwenden.

Vorsichtshinweise

Bockshornklee kann die Absorption von Arzneimitteln wie Antidiabetika und Insulinpräparaten beeinträchtigen, dabei können Wechselwirkungen, in Form von Wirkverstärkungen oder Abschwächungen, entstehen.

Mögliche Nebenwirkungen sind Verdauungsstörungen wie Blähungen oder Durchfall, Unterzuckerung und Überempfindlichkeitsreaktionen. Bei wiederholter äußerer Anwendung an der gleichen Stelle können unerwünschte Hautreaktionen auftreten.

Nach dem Verzehr von Bockshornklee entwickelt sich ein sogenannter „Ahorn-Sirup“ Körpergeruch, der wieder verschwindet, wenn kein Bockshornklee mehr verzehrt wird.

Quellen

[1] Basch E et al. (2003): Therapeutic applications of fenugreek. Altern Med Rev. 2003 Feb;8(1):20-7. PMID: 12611558. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12611558/

[2] Srinivasan, Krishnapura. (2006): Fenugreek (Trigonella foenum-graecum): A Review of Health Beneficial Physiological Effects. Food Reviews International – FOOD REV INT. 22. 203-224. 10.1080/87559120600586315. https://www.researchgate.net/profile/Krishnapura- Srinivasan/publicatio/249075462_Fenugreek_Trigonella_foenum-graecum

[3] Anahita Mansoori et al. (2020): Effect of fenugreek extract supplement on testosterone levels in male: A meta-analysis of clinical trials. Phytotherapy Research Volume 34, Issue 7 p. 1550-1555. 11.02.2020. https://doi.org/10.1002/ptr.6627

[4] Turkyılmaz C et al. (2011): The effect of galactagogue herbal tea on breast milk production and short-term catch-up of birth weight in the first week of life. J Altern Complement Med. 2011 Feb;17(2):139-42. doi: 10.1089/acm.2010.0090. Epub 2011 Jan 24.

[5] Bäumler, S. (2021): „Heilpflanzenpraxis heute – Rezepturen und Anwendung“, S. 1310. 3. Auflage 2021: Elsevier GmbH, München. Online: https://books.google.de/books?id=SCsNEAAAQBAJ

6 Bäumler, S. (2021): „Heilpflanzenpraxis heute – Rezepturen und Anwendung“, S. 1310. 3. Auflage 2021: Elsevier GmbH, München. Online

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