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Süßholzwurzel

weitere Bezeichnung: Lakritzwurzel
Lateinischer Name: Liquiritiae radix
Botanischer Name: Glycyrrhiza glabra L.; Gycyrrhiza inflata Bat.; Glycyrrhiza uralensis Fisch.
Verwendeter Pflanzenteil: blühende Spitzen, getrocknet

Traditionelle Anwendungen

ausschließlich auf der Grundlage langjähriger Verwendung als traditionelles pflanzliches Arzneimittel

A) Zur Linderung von Verdauungsbeschwerden einschließlich Sodbrennen und Dyspepsie

Bewertung: 4.5 von 5.

Zum Schlucken, Trinken (Orale Einnahme)

  • Kräutertee: 1,5 – 2 g der zerkleinerten Wurzel in 150 ml Wasser als Aufguss oder Abkochung; 2 bis 4-mal täglich
  • weitere Anwendungsformen: Dickextrakt, Trockenextrakt

Nicht länger als 4 Wochen anwenden. Wenn die Symptome während der Anwendung länger als 2 Wochen andauern oder sich verschlimmern, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

B) Als schleimlösend bei erkältungsbedingtem Husten

Bewertung: 4 von 5.

Zum Schlucken, Trinken (Orale Einnahme)

  • Kräutertee: 1,5 g der zerkleinerten Wurzel in 150 ml Wasser als Aufguss oder Abkochung; 2-mal täglich
  • weitere Anwendungsformen: Dickextrakt, Trockenextrakt

Wenn die Symptome während der Anwendung länger als 1 Woche andauern, sich verschlimmern oder wenn Atemnot, Fieber oder eitriger Auswurf auftritt, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Vorsichtshinweis

Nicht anwenden bei (Kontraindikation):

  • Überempfindlichkeit gegen den aktiven Wirkstoff

Anwendung nicht empfohlen:

  • Bei Kindern und Jugendliche unter 18 Jahren, da keine ausreichenden Daten vorliegen
  • In der Schwangerschaft und Stillzeit, da keine ausreichenden Daten vorliegen
  • Bei Bluthochdruck, Nierenerkrankungen, Leber-, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Hypokaliämie, da sie empfindlicher auf die unerwünschten Wirkungen von Süßholz reagieren.

Interaktion mit anderen Medikamenten:

  • Süßholzwurzel kann der blutdrucksenkenden Wirkung von verschriebenen Medikamenten entgegenwirken. Die gleichzeitige Anwendung mit Diuretika, Herzglykosiden, Kortikosteroiden, stimulierenden Abführmitteln oder anderen Medikamenten, die das Elektrolytgleichgewicht verschlechtern können, wird nicht empfohlen.
  • Patienten, die Süßholzwurzelpräparate einnehmen, sollten keine anderen süßholzhaltigen Produkte einnehmen, da schwerwiegende unerwünschte Wirkungen wie Wassereinlagerungen, Hypokaliämie (zu niedriger Kaliumspiegel), Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen auftreten können.

Anzeichen einer Überdosierung:

  • Bei längerem Gebrauch (mehr als 4 Wochen) und/oder der Einnahme großer Mengen von Süßholz wurden Fälle von Überdosierung mit Symptomen wie Wassereinlagerungen, Hypokaliämie, Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und hypertensiver Enzephalopathie (Gehrin schwillt an durch hohen Blutdruck) berichtet.

Bei Tinkturen und Extrakten kann Alkohol (Ethanol) enthalten sein.

Beim Auftreten von unerwünschten Wirkungen sollte ein Arzt oder eine qualifizierte medizinische Fachkraft konsultiert werden.

Eine Studie hat gezeigt, dass 18β-Glycyrrhetinsäure die Plazentaschranke überwindet und in Rattenföten nachgewiesen werden kann. Nach der Fütterung von Muttertieren mit 100 mg 18β-Glycyrrhetinsäure/kg/Tag, beginnend am 13. Trächtigkeitstag, lagen die mütterlichen 18β-Glycyrrhetinsäure-Konzentrationen im Plasma am 17., 19. und 21. Trächtigkeitstag bei etwa 100 μg/ml, während die fötalen Konzentrationen bei 5, 18 bzw. 32 μ/ml lagen.

In Studien zur Entwicklungstoxizität wies Glycyrrhizin (Ammoniumsalz) eine gewisse Embryotoxizität für den sich entwickelnden Rattenfötus auf, die fötalen Auswirkungen wurden jedoch als gering eingestuft. Diese Wirkungen wurden bei einer Dosis von 100 und 250 mg/kg Ammoniumglycyrrhizin vom 7. bis zum 20. Tag der Schwangerschaft (Weichteilanomalien, vor allem der Nieren, und äußere Blutungen) und bei einer Dosis von 1000 mg/kg 18β-Glycyrrhetinsäure ab dem 13. Tag der Trächtigkeit (signifikante Verringerung des Gehalts an Lamellenkörpern in der Lunge und verringerte Anzahl von alveolären Lamellenkörpern und Surfactant-Clustern, aber kein offensichtlicher Anstieg der Missbildungen oder der fötalen Sterberate) festgestellt.

Eine andere Studie deutet darauf hin, dass 100 mg/kg Süßholzextrakt über einen Zeitraum von 7 Tagen den Gewichtsverlust und die Missbildungen der Föten, die durch die intrauterine Exposition mit Cyclophosphamid hervorgerufen wurden, verschlimmern können.

Quellennachweis

European Union herbal monograph über Glycyrrhiza glabra L. und/odr Glycyrrhiza inflata Bat. und/odr Glycyrrhiza uralensis Fisch., radix des Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC) der European Medicines Agency (EMA)

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