Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

Birkenblätter

Birke Illustration

Lateinischer Name: Betulae folium
Botanischer Name: Betula pendula Roth / Betula pubescens Ehrh.
Verwendeter Pflanzenteil: getrocknete Blätter

Birke Illustartion

Traditionelle Anwendungen

ausschließlich auf der Grundlage langjähriger Verwendung als traditionelles pflanzliches Arzneimittel

Birkenblätter bei leichten Harnwegsbeschwerden, als Durchspülungsmittel, um den Urinfluss anzuregen

Bewertung: 3.5 von 5.

Zum Schlucken (Orale Einnahme)

  • Kräutertee: 2-3 g der zerkleinerten Birkenblätter in 150 ml kochendem Wasser als Aufguss bis zu 4-mal täglich
  • Pulverisierte Birkenblätter: 650 mg, 2-mal täglich
  • weitere Anwendungsformen: Birkenblätter -Trockenextrakt, Birkenblätter-Flüssigextrakt, stabilisierter Birkenblätter-Flüssigextrakt

Um eine Erhöhung der Urinmenge zu gewährleisten, ist während der Behandlung eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr erforderlich

Wird traditionell über den Zeitraum von 2-4 Wochen angewendet.

Wenn die Symptome während der Anwendung andauern, sich verschlimmern, Beschwerden oder Symptome wie Fieber, Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie), Krämpfe oder Blut im Urin auftreten, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Vorsichtshinweis

Nicht anwenden bei (Kontraindikation):

  • Überempfindlichkeit gegen den aktiven Wirkstoff
  • Erkrankungen, bei denen eine reduzierte Flüssigkeitszufuhr empfohlen wird (z. B. schwere Herz- oder Nieren Erkrankung)

Anwendung nicht empfohlen:

  • Bei Kindern unter 12 Jahren, da keine ausreichenden Daten vorliegen
  • In der Schwangerschaft und Stillzeit, da keine ausreichenden Daten vorliegen

Bekannte Nebenwirkungen:

  • Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall) und allergische Reaktionen (Juckreiz, Ausschlag, Urtikaria, allergische Schnupfen). Die Häufigkeit ist nicht bekannt.

Bei Extrakten kann Alkohol (Ethanol) enthalten sein.

Beim Auftreten von unerwünschten Wirkungen sollte ein Arzt oder eine qualifizierte medizinische Fachkraft konsultiert werden.

Quellennachweis

European Union herbal monograph über Betula pendula Roth; Betula pubescens Ehrh., folium des Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC) der European Medicines Agency (EMA)

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

Mazerationsdekokt

Die Mazerationsdekokt ist eine Kombination der Abkochung und des Kaltauszugs, die in der Praxis nur selten angewandt wird. Sie findet vor allem bei kieselsäurehaltigen Drogen Anwendung, da durch dieses Extraktionsverfahren Kieselsäure gut in Lösung geht. Ebenfalls lösen sich die Wirkstoffe der getrockneten Hagebutten bei dieser Zubereitungsform am Besten.

Zuerst wird die Droge wie bei dem Kaltauszug (Mazerat) über mehrere Stunden in kaltes Wasser gelegt. Anschließend wird dies wie bei der Abkochung (Dekokt) 10–30 min lang gekocht und am Ende abgeseiht.

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

Infus-Mazerat

Ein Infus-Mazerat ist eine Kombination aus einem Aufguss und einem Kaltauszug. Es wird bei harten Drogen eingesetzt, die ätherische Öle enthalten.

Wie beim klassischen Aufguss (Infus) wird die Droge mit 150-250ml heißem und siedendem Wasser übergossen. Anschließend wird der Aufguss zum Mazerieren abgedeckt stehen gelassen. Dieser Prozess gilt im Normalfall nach dem Erkalten als abgeschlossen und kann abgeseiht werden.

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

Kaltauszug (Mazerat)

Ein Kaltauszug findet die größte Anwendung bei schleimhaltigen Drogen, da der Stärke- oder Pektingehalt durch andere Wasserextraktionen mit heißem Wasser wie z.B. den Aufguss, eine sehr dickflüssige bis kleisterartige Konsistenz auslösen würden. Auch könnte dadurch die Wirkung verringert werden, da Schleimstoffe bei Hitze abgebaut werden. Manchmal wird der Kaltauszug auch angewandt um zu vermeiden, dass sich unerwünschte Begleitstoffe der Droge bei der Extraktion lösen.

Bei einem Kaltauszug übergießt man die entsprechende Menge der jeweiligen Droge mit genügend kaltem Wasser, sodass alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt dies für mehrere Stunden bei Zimmertemperatur stehen und rührt gelegentlich um. Nach anschließendem Abseihen kann das Mazerat kalt getrunken werden. Um eine unbedenkliche Medizin zu erhalten, empfiehlt sich jedoch ein kurzes Aufkochen vor der Einnahme, da bei Wasserextraktionen unter 60°C höhere Bakterienzahlen nachweisbar waren. Diese können laut Dr. Heinz Schilcher durch das kurze Erhitzen vor der Einnahme, auf ein Zehntel gesenkt werden und eventuell existierende Enterobakterien werden dadurch abgetötet.

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

Aufguss (Infus)

Der Aufguss ist eine der häufigsten Teezubereitungen mit einer langen Geschichte, die bis ins zweite Jahrtausend v.Chr. reicht. Sie wird für die Zubereitung einer Wasserextraktion der meisten Blatt-, Blüten- und Krautdrogen verwendet, kann aber auch für Rinden- und Wurzeldrogen, nach entsprechender Zerkleinerung infrage kommen.

Beim Aufguss wird die festgelegte Menge der Droge mit 150-250ml bzw. der entsprechend angegebenen Menge kochendem oder heißem Wasser übergossen und abgedeckt ziehen gelassen. Die optimale Temperatur als auch die Dauer der Extraktion sind von der jeweiligen Pflanze abhängig. Sollten keine genauen Angaben vorliegen, geht man von einer Zubereitungszeit von 5-15 Min aus. Nach dem Ziehenlassen des Aufgusses, wird dieser abgeseiht und in den meisten Fällen warm getrunken.