Beschreibung
Wofür können Walnussblätter verwendet werden? (Anwendungsgebiete)
Walnussblätter sind ein traditionell pflanzliches Arzneimittel als medizinischer Badezusatz.
Es wird äußerlich bei übermäßigem Schwitzen der Hände und Füße als Umschlag oder als Badezusatz für Teilbäder eingesetzt.
Weitere Anwendungen von Walnussblättern:
– bei oberflächlichen Hautentzündungen : äußerlich als Umschlag
Wie kann ich Walnussblätter anwenden? (Dosierung & Dauer)
Zubereitung als Abkochung: 2-3 Teelöffel (2-3 g) Walnussblätter in 100 ml kaltem Wasser ansetzen und zum Kochen bringen. Nach etwa 15 Minuten köcheln den losen Tee durch ein Teesieb abseihen.
Einen sauberen Umschlag oder ein sauberes Tuch mit der handwarmen Abkochung tränken. Umschläge können 2 bis 4mal täglich auf die betroffenen Hautstellen gelegt werden; nach 30 Minuten Anwendung sollten sie entfernt werden.
Für Voll- und Teilbäder kann ein Vielfaches der Abkochung verwendet werden.
Bitte beachte: Die Anwendung führt zu vorübergehenden Verfärbungen der Haut.
Was sollte ich vor der Anwendung von Walnussblätter beachten? (Gegenanzeigen, Vorsichtsmaßnahmen, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen)
Falls Beschwerden länger als eine Woche anhalten oder die Symptome während der Anwendung des Arzneimittels sich verschlimmern, sollte ein Arzt oder Apotheker konsultiert werden.
Gegenanzeige (Kontraindikation):
Walnussblätter dürfen nicht angewendet werden, wenn eine Überempfindlichkeit (Allergie) gegen Walnussblätter besteht. Walnussblätter sollen nicht auf offene Wunden und auf große Hautverletzungen aufgetragen werden.
Bitte beachte die Vorsichtsmaßnahmen zum Mindestalter, ab dem Walnussblätter angewendet werden können. (Siehe nächster Abschnitt)
Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit Walnussblättern sind nicht bekannt.
Ab welchem Alter kann man Walnussblätter anwenden?
Zur Anwendung von Walnussblättern bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren liegen keine ausreichenden Untersuchungen vor. Zubereitungen aus Walnussblättern sollen daher von diesem Personenkreis nicht angewendet werden.
Kann man Walnussblätter in der Schwangerschaft und Stillzeit anwenden?
Zur Anwendung von Walnussblättern in Schwangerschaft und Stillzeit liegen keine ausreichenden Untersuchungen zur Unbedenklichkeit vor.
Daher wird von der Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit aufgrund fehlender Erkenntnisse abgeraten.
Wie kann ich Nebenwirkungen melden?
Auch wenn keine Nebenwirkungen bekannt sind, können, wie bei allen Arzneimitteln, auch Walnussblätter Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Wenn du Nebenwirkungen bemerkst, wende dich an einen Arzt oder Apotheker.
Indem du Nebenwirkungen meldest, kannst du dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden. Verdachtsfälle von Nebenwirkungen können auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte – BfArM, Abteilung Pharmakovigilanz in einem Online-Formular angezeigt werden.
Wie sollte ich Walnussblätter aufbewahren? (Lagerung)
Das Arzneimittel sollte vor Licht, Feuchtigkeit und Hitze geschützt aufbewahrt werden.
Bitte beachte das Verfallsdatum auf der Verpackung. Nach dem mit „Verw. bis“ angegebenen Datum darf das Arzneimittel nicht mehr angewendet werden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.
Welche Bestandteile des Walnussbaums werden verwendet und wie wird die Qualität bestimmt?
Walnussblätter (lateinischer Name: Juglandis folium) sind die getrockneten, von der Spindel abgetrennten Blätter der echten Walnuss (botanischer Name: Juglans regia L. ). Die echte Walnuss gehört zu den Walnussgewächsen (Juglandaceae).
Sonstige Bestandteile außer Walnussblätter sind nicht enthalten.
Die Wirkstoffmenge und die Qualität des Arzneimittels werden nach den Vorgaben des Europäischen Arzneibuchs (Ph. Eur.) kontrolliert und in unabhängigen Prüflaboren getestet.
Welche Inhaltsstoffe sind in Walnussblättern enthalten?
Walnussblätter enthalten:
– ca. 10% Gerbstoffe (Ellagitannine)
– Naphthochinone (Monoglucoside des Juglons & Hydrojuglons)
– Bis zu 3% Flavonoide (Quecertin und Kampferol)
– Phenolcarbonsäuren
– Spuren eines ätherischen Öls
– 0,3-1% Ascorbinsäure (Vitamin C)
Welche Wirkungsweise haben Zubereitungen aus Walnussblättern?
Durch ihren hohen Gerbstoffgehalt wirken Walnussblätter zusammenziehend (adstringierend) auf die Haut und hemmen so die übermäßige Schweißbildung, während ihre antimikrobiellen Eigenschaften zusätzlich der Zersetzung von Schweiß und damit verbundener Geruchsbildung entgegenwirken.
Welche Belege gibt es für die Anwendung von Walnussblättern? (Evidenz)
Die Anwendung von Walnussblättern basiert auf der Einstufung als traditionell pflanzliches Arzneimittel. Das bedeutet, dass zwar keine ausreichenden Belege aus klinischen Studien vorliegen, die Wirksamkeit von Walnussblätter-Zubereitungen jedoch plausibel ist und es Hinweise darauf gibt, dass sie seit mindestens 30 Jahren, davon mindestens 15 Jahre innerhalb der EU, auf diese Weise sicher angewendet werden. Zudem erfordert die vorgesehene Anwendung keine ärztliche Überwachung.
Wo finde ich weiterführende Literatur zu Walnussblättern als Arzneipflanze?
Monographien zu Walnussblättern:
– Community herbal monograph on Juglans regia L., folium des Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA/HMPC/346737/2011)
– Standardzulassungen, 20. Akt-Lfg 2022
– Escop Monograph on Juglandis folium (Walnut leaf), 2024
– Monographie ASK-Nr. 01070 der Kommission E (Phytotherapie) des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Bundesanzeiger Nr. 101 vom 1.6.1990
Weiterführende Literatur:
Wichtl: Teedrogen und Phytopharmaka
Schilcher: Leitfaden Phytotherapie
Van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen






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