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Passionsblumenkraut: bei nervöser Unruhe

Beschreibung

Wofür kann Passionsblumenkraut verwendet werden? (Anwendungsgebiete)

Passionsblumenkraut ist ein traditionell pflanzliches Arzneimittel zur Beruhigung.

Es kann als pflanzliches Arzneimittel bei nervöser Unruhe, zur Besserung des Befindens bei nervlicher Belastung und zur Schlafunterstützung als Arzneitee getrunken werden.

Passionsblumenkraut wird im GKV-Arzneimittelindex unter Pflanzliche Hypnotika und Sedativa geführt (ATC-Code: N05CP05).

Wie kann ich Passionsblumenkraut anwenden? (Dosierung)

Zubereitung als Aufguss: 1 Teelöffel (ca. 2g) Passionsblumenkraut mit ca. 150 ml kochendem Wasser übergießen und 10 bis 15 Minuten ziehen lassen. Anschließend den losen Tee durch ein Teesieb abseihen.
Wichtig: Der Aufguss wird mit kochendem Wasser zubereitet – eine Zubereitung mit warmem Wasser ist nicht ausreichend.

Den Aufguss 2-4 Mal täglich trinken.

Was sollte ich vor der Anwendung von Passionsblumenkraut beachten (Gegenanzeigen, Vorsichtsmaßnahmen, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen)?

Bei Beschwerden, die länger als 1 Woche andauern, periodisch wiederkehren oder sich während der Anwendung verschlimmern, sollte ein Arzt oder Apotheker aufgesucht werden.

Gegenanzeige (Kontraindikation):
Passionsblumenkraut darf nicht angewendet werden, wenn eine Überempfindlichkeit (Allergie) gegen Passionsblume besteht.

Bitte beachte die Vorsichtsmaßnahmen zum Mindestalter, ab dem Passionsblumenkraut angewendet werden kann. (Siehe nächster Abschnitt)

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit Passionsblumenkraut sind nicht bekannt.

Ab welchem Alter kann man Passionsblumenkraut anwenden?

Zur Anwendung von Passionsblumenkraut bei Kindern unter 12 Jahren liegen keine ausreichenden Untersuchungen vor. Zubereitungen aus Passionsblumenkraut sollten daher von diesem Personenkreis nicht angewendet werden.

Kann man Passionsblumenkraut in der Schwangerschaft und Stillzeit anwenden?

Zur Anwendung von Passionsblumenkraut in Schwangerschaft und Stillzeit liegen keine ausreichenden Untersuchungen zur Unbedenklichkeit vor. Aufgrund fehlender Erkenntnisse zur Sicherheit wird von der Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit abgeraten.

Wie kann ich Nebenwirkungen melden?

Auch wenn keine Nebenwirkungen bekannt sind, kann, wie bei allen Arzneimitteln, auch Passionsblumenkraut Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Wenn du Nebenwirkungen bemerkst, wende dich an einen Arzt oder Apotheker.

Indem du Nebenwirkungen meldest, kannst du dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden. Verdachtsfälle von Nebenwirkungen können auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte – BfArM, Abteilung Pharmakovigilanz in einem Online-Formular angezeigt werden.

Wie sollte ich Passionsblumenkraut aufbewahren? (Lagerung)

Das Arzneimittel sollte vor Licht, Feuchtigkeit und Hitze geschützt aufbewahrt werden.

Bitte beachte das Verfallsdatum auf der Verpackung. Nach dem mit „Verw. bis“ angegebenen Datum darf das Arzneimittel nicht mehr angewendet werden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Welche Bestandteile der Passionsblume werden verwendet und wie wird die Qualität bestimmt?

Passionsblumenkraut (lateinischer Name: Passiflorae herba) sind die getrockneten, oberirdischen Teile der Fleischfarbenen Passionsblume (botanischer Name: Passiflora incarnata L.) . Passionsblume gehört zu den Passionsblumengewächsen (Passifloraceae).

Sonstige Bestandteile außer Passionsblumenkraut sind nicht enthalten.

Die Wirkstoffmenge und die Qualität des Arzneimittels werden nach den Vorgaben des Europäischen Arzneibuchs (Ph. Eur.) kontrolliert und in unabhängigen Prüflaboren getestet.

Welche Inhaltsstoffe sind in Passionsblumenkraut enthalten?

Passionsblumenkraut enthält:

– Flavonoide (bis zu 2,5 %): Wertvolle Pflanzenfarbstoffe und Antioxidantien, insbesondere Spezialformen wie Isovitexin, Schaftosid, Isoorientin, Vicenin-2 und Chrysin.
– Freie Aminosäuren: Mit einem besonders hohen Anteil an GABA (Gamma-Aminobuttersäure), einem wichtigen Botenstoff für die Entspannung im Gehirn.
– Maltol (0,05 %) & Polysaccharide: Pflanzliche Zuckerverbindungen und Naturstoffe.
– Cyanogene Glykoside: Pflanzenstoffe wie Gynocardin in geringen Mengen.

Welche Wirkungsweise haben Zubereitungen aus Passionsblumenkraut?

Passionsblumenkraut werden beruhigende (sedierend), angstlösende (anxiolytisch) sowie krampflösenden (antikonvulsiv) Eigenschaften zugeschrieben. Zusätzlich gibt es Hinweise auf schmerzlindernde (antinozizeptive) und entzündungshemmende (anti-inflammatorisch) Effekte. Diese Wirkung wird vor allem im Gehirn und Nervensystem entfaltet, indem enthaltene Inhaltsstoffe wie GABA und Flavonoide mit zellulären Schaltstellen interagieren und den natürlichen Tages-Nacht-Rhythmus unterstützen.

Welche Belege gibt es für die Anwendung von Passionsblumenkraut? (Evidenz)

Die Anwendung von Passionsblumenkraut basiert auf der Einstufung als traditionell pflanzliches Arzneimittel. Das bedeutet, dass zwar keine ausreichenden Belege aus klinischen Studien vorliegen, die Wirksamkeit von Passionsblumenkraut-Zubereitungen jedoch plausibel ist und es Hinweise darauf gibt, dass sie seit mindestens 30 Jahren, davon mindestens 15 Jahre innerhalb der EU, auf diese Weise sicher angewendet werden. Zudem erfordert die vorgesehene Anwendung keine ärztliche Überwachung.

Die zur Verfügung stehenden klinische Studien zu Passionsblumenkraut weisen eine geringe Anzahl an Patienten auf, die an diesen Studien teilnahmen, sowie andere erhebliche Defizite im Hinblick auf das Design der Studien, die das Ziehen sicherer Schlussfolgerungen nicht zuließ.

Wo finde ich weiterführende Literatur zu Passionsblumenkraut als Arzneipflanze?

Monographien zu Passionsblumenkraut:

– Community herbal monograph on Passiflora incarnata L., herba des Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA/HMPC/669740/2013)
– Standardzulassungen, 20. Akt-Lfg 2022
– ESCOP Monographs on Passiflorae herba (Passionflower herb), 2023
– WHO monographs on selected medicinal plants, Volume 3, 2009, Herba Passiflorae, pg. 257-267
– Monographie ASK-Nr. 03038 der Kommission E (Phytotherapie) des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Bundesanzeiger Nr. 223 vom 30.11.1985; Berichtigung Bundesanzeiger Nr. 50 vom 13.03.1990
– Kommentar zum Europäischen Arzneibuch (Passionsblumenkraut, Nr. 1459)

Weiterführende Literatur:

Wichtl: Teedrogen und Phytopharmaka
Schilcher: Leitfaden Phytotherapie
Van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen

Zusätzliche Informationen

Arzneimittelindex

Pflanzliche Hypnotika und Sedativa

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