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Gänsefingerkraut : bei Menstruationsbeschwerden

Traditionell pflanzliches Arzneimittel in kontrollierter Arzneimittelqualität

Beschreibung

Wofür kann Gänsefingerkraut verwendet werden? (Anwendungsgebiete)

Gänsefingerkraut ist ein traditionell pflanzliches Arzneimittel bei Regelbeschwerden.

Es kann bei schmerzhafter Regelblutung (Dysmenorrhoe) angewandt werden. Dabei wird Gänsefingerkraut als Arzneitee zubereitet und getrunken.

Wichtig: Bei Störungen der Regelblutung sollte vor der Anwendung schwerwiegende Erkrankungen als Ursache ärztlich ausgeschlossen werden.

Gänsefingerkraut wird im GKV-Arzneimittelindex unter Andere pflanzliche Gynäkologika geführt (ATC-Code: G02CP05).

Weitere Anwendungen von Gänsefingerkraut:
– bei Durchfall : zum Trinken als Arzneitee
– bei Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenraum : zum Spülen oder Gurgeln

Wie kann ich Gänsefingerkraut anwenden? (Dosierung & Dauer)

Zubereitung als Aufguss: 3 Teelöffel (ca. 2 g) Gänsefingerkraut mit ca. 150 ml kochendem Wasser übergießen und 10 bis 15 Minuten ziehen lassen. Anschließend den losen Tee durch ein Teesieb abseihen.
Wichtig: Der Aufguss wird mit kochendem Wasser zubereitet – eine Zubereitung mit warmem Wasser ist nicht ausreichend.

Für Menstruationsbeschwerden & Durchfall : Der Aufguss kann 2 bis 3 Mal täglich getrunken werden. (Tagesdosis: 4–6g).

Bei Mund-/Rachenraumentündungen: Mit dem lauwarmen Aufguss wird gespült oder gegurgelt.

Was sollte ich vor der Anwendung von Gänsefingerkraut beachten? (Gegenanzeigen, Vorsichtsmaßnahmen, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen)

Falls die Symptome während der Anwendung des Arzneimittels anhalten oder sich verschlimmern, sollte ein Arzt oder Apotheker konsultiert werden.

Bei Durchfällen, die länger als 2 Tage oder mit Blutbeimengung oder erhöhter Temperatur einhergehen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Durchfälle bei Säuglingen und Kleinkindern erfordern grundsätzlich die Rücksprache mit einem Arzt.
Bei Schleimhautentzündungen im Mund- Rachenraum, die länger als 1 Woche andauern, wiederkehren oder unklare Beschwerden auftreten, ist ein Arzt aufzusuchen.

Gegenanzeige (Kontraindikation):
Gänsefingerkraut darf nicht angewendet werden, wenn eine Überempfindlichkeit (Allergie) gegen Gänsefingerkraut besteht.

Bitte beachte die Vorsichtsmaßnahmen zum Mindestalter, ab dem Gänsefingerkraut angewendet werden kann. (Siehe nächster Abschnitt)

Bekannte Nebenwirkungen:
Beschwerden bei Reizmagen können durch Gänsefingerkraut verstärkt werden.

Wechselwirkungen mit Gänsefingerkraut und anderen Arzneimitteln sind nicht bekannt.

Ab welchem Alter kann man Gänsefingerkraut anwenden?

Zur Einnahme von Gänsefingerkraut bei Kindern unter 12 Jahren liegen keine ausreichenden Untersuchungen vor. Zubereitungen aus Gänsefingerkraut sollen daher von diesem Personenkreis nicht angewendet werden.

Kann man Gänsefingerkraut sicher in der Schwangerschaft und Stillzeit anwenden?

Zur Anwendung von Gänsefingerkraut in Schwangerschaft und Stillzeit liegen keine ausreichenden Untersuchungen zur Unbedenklichkeit vor.
Daher wird von der Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit aufgrund fehlender Erkenntnisse abgeraten.

Wie kann ich Nebenwirkungen melden?

Neben den oben erwähnten, bekannten Nebenwirkungen, kann wie bei allen Arzneimittel auch Gänsefingerkraut weitere Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Wenn du Nebenwirkungen bemerkst, wende dich an einen Arzt oder Apotheker.

Indem du Nebenwirkungen meldest, kannst du dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden. Verdachtsfälle von Nebenwirkungen können auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte – BfArM, Abteilung Pharmakovigilanz in einem Online-Formular angezeigt werden.

Wie sollte ich Gänsefingerkaut aufbewahren? (Lagerung)

Das Arzneimittel sollte vor Licht, Feuchtigkeit und Hitze geschützt aufbewahrt werden.

Bitte beachte das Verfallsdatum auf der Verpackung. Nach dem mit „Verw. bis“ angegebenen Datum darf das Arzneimittel nicht mehr angewendet werden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Welche Bestandteile des Gänsefingerkrautes werden verwendet und wie wird die Qualität bestimmt?

Gänsefingerkraut (lateinischer Name:  Anserinae herba ) sind die getrockneten oberirdischen Pflanzenteile vom sogenannten Krampfkraut (botanischer Name: Potentilla anserina oder Argentina anserina), bestehend aus Blättern, Blüten und Blütenstängeln. Gänsefingerkraut gehört zu den Rosengewächsen (Rosaceae).

Sonstige Bestandteile außer Gänsefingerkraut sind nicht enthalten.

Die Wirkstoffmenge und die Qualität des Arzneimittels werden nach den Vorgaben des Deutschen Arzneimittel-Codex (DAC) kontrolliert und in unabhängigen Prüflaboren getestet.

Welche Inhaltsstoffe sind in Gänsefingerkraut enthalten?

Gänsefingerkraut enthält:
Gerbstoffe (4–10 %): Vorwiegend Ellagitannine sowie kleine Anteile monomere und dimere Verbindungen
Flavonoide & Farbstoffe: Flavonoide, Anthocyanidine
Phenolische Verbindungen: Phenolcarbonsäuren, Cumarine
Saponine & Sterine: Tormentosid (Saponin), Phytosterine
Weitere Naturstoffe: Seltene Polyprenole

Welche Wirkungsweise haben Zubereitungen aus Gänsefingerkraut?

Der innerlichen Anwendung von Gänsefingerkraut wird eine zusammenziehende Wirkung (adstringierend) durch den Gerbstoffgehalt, sowie eine ausgeprägte Kräftigung des Gebärmuttergewebes (Tonussteigerung) und ein gezieltes Anregen der Gebärmutterbewegungen (Kontraktionsfrequenzsteigerung) zugeschrieben.

Welche Belege gibt es für die Anwendung von Gänsefingerkraut? (Evidenz)

Die Anwendung von Gänsefingerkraut basiert auf der Einstufung als traditionell pflanzliches Arzneimittel. Das bedeutet, dass zwar keine ausreichenden Belege aus klinischen Studien vorliegen, die Wirksamkeit von Gänsefingerkraut Zubereitungen jedoch plausibel ist und es Hinweise darauf gibt, dass sie seit mindestens 30 Jahren, davon mindestens 15 Jahre innerhalb der EU, auf diese Weise sicher angewendet werden. Zudem erfordert die vorgesehene Anwendung keine ärztliche Überwachung.

Neuere wissenschaftliche Daten stützen diese traditionelle Verwendung: Ein umfassender systematischer Review bestätigte, dass zahlreiche pharmakologische Wirkungen – darunter entzündungshemmende, antioxidative und gewebeschützende Effekte – im Labor und im Tierzeitmodell experimentell nachgewiesen werden konnten. Dennoch fordern die Autoren weitere standardisierte Studien, um die genauen Wirkmechanismen und die klinische Wirksamkeit am Menschen endgültig zu bestätigen. (Quelle: Wu et al., J Ethnopharmacol, 2024;335:118481, doi: 10.1016/j.jep.2024.118481)

Wo finde ich weiterführende Literatur zu Gänsefingerkraut als Arzneipflanze?

Monographien zu Gänsefingerkraut:

– Standardzulassungen, 20. Akt-Lfg 2022
– Monographie ASK-Nr.  01115 der Kommission E (Phytotherapie) des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Bundesanzeiger Nr. 223 vom 30.11.1985; Berichtigung Bundesanzeiger Nr. 50 vom 13.03.1990

Weiterführende Literatur:

Wichtl: Teedrogen und Phytopharmaka
Schilcher: Leitfaden Phytotherapie
Van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen

Zusätzliche Informationen

Arzneimittelindex

Pflanzliche Gynäkologika

Anwendungsgebiet

Menstruationskrämpfe & Regelschmerzen (Dysmenorrhoe)

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