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Römische Kamille

Lateinischer Name: Chamomillae romanae flos
Botanischer Name: Chamaemelum nobile (L.) All. (Anthemis nobilis L.)
Verwendeter Pflanzenteil: getrocknete Blüten

Traditionelle Anwendungen

ausschließlich auf der Grundlage langjähriger Verwendung als traditionelles pflanzliches Arzneimittel

Zur Behandlung von leichten, krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen und Darmwind (Flatulenz)

Bewertung: 3.5 von 5.

Zum Schlucken, Trinken (Orale Einnahme)

  • Kräutertee: 1-4 g der ganzen oder zerkleinerten Blüten der Römischen Kamille in 100-150 ml kochendem Wasser als Aufguss; 3-mal täglich zwischen den Mahlzeiten
  • weitere Anwendungsform: Flüssigextrakt der Römischen Kamillie

Wenn die Symptome während der Anwendung länger als 2 Wochen andauern oder sich verschlimmern, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Vorsichtshinweis

Die Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren wird nicht empfohlen, da keine ausreichenden Daten vorliegen.

Die Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit wird nicht empfohlen, da keine ausreichenden Daten vorliegen und so die Sicherheit während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht nachgewiesen ist.

Bei Tinkturen und Extrakten, kann Alkohol (Ethanol) enthalten sein.

Sollte nicht angewendet werden, wenn Überempfindlichkeit gegen den aktiven Wirkstoff oder andere Pflanzen aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) besteht.

Beim Auftreten von unerwünschten Wirkungen sollte ein Arzt oder eine qualifizierte medizinische Fachkraft konsultiert werden.

Quellennachweis

European Union herbal monograph über Chamaemelum nobile (L.) All., flos des Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC) der European Medicines Agency (EMA)

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Schafgarbe

Botanischer Name: Achillea millefolium L.

Deutscher Name: Schafgarbenblüten
Lateinischer Name: Millefolii flos
Verwendeter Pflanzenteil: getrockneter Blütenstand

Deutscher Name: Schafgarbenkraut
Lateinischer Name: Millefolii herba
Verwendeter Pflanzenteil: getrockneter oberirdischer Pflanzenteil

Traditionelle Anwendungen

ausschließlich auf der Grundlage langjähriger Verwendung als traditionelles pflanzliches Arzneimittel

A) Bei vorübergehender Appetitlosigkeit

Bewertung: 4 von 5.

Zum Schlucken, Trinken (Orale Einnahme)

  • Kräutertee: 1,5-2 g ganze oder zerkleinerte Blüten in 250 ml kochendem Wasser als Aufguss; 2-mal täglich,
  • Kräutertee: 1,5-4 g des zerkleinerten Krautes in 150-250 ml kochendem Wasser als Aufguss; 3- bis 4-mal täglich
  • Frischpflanzenpresssaft des Krautes (DEV 1:0,65-0,93): 5-10 ml, 2- bis 3-mal täglich
  • Tinktur des Krautes (Verhältnis 1:5; Ethanol 45% vol.): 2-4 ml, 3-mal täglich
    bzw. (Verhältnis 1:5; Ethanol 31,5% vol.): 4,3 ml (= 4,2 g), 4-mal täglich
  • Weitere Anwendungsform: Flüssigextrakt des Krautes

30 Minuten vor der Mahlzeit trinken

Wenn die Symptome während der Anwendung länger als 2 Wochen andauern oder sich verschlimmern, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

B) Zur Behandlung von leichten, krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden einschließlich Blähungen und Darmwind (Flatulenzen)

Bewertung: 3.5 von 5.

Zum Schlucken, Trinken (Orale Einnahme)

  • Kräutertee: 1,5-2 g ganze oder zerkleinerte Blüten in 250 ml kochendem Wasser als Aufguss; 2-mal täglich
  • Kräutertee: 1,5-4 g des zerkleinerten Krautes in 150-250 ml kochendem Wasser als Aufguss; 3- bis 4-mal täglich zwischen den Mahlzeiten
  • Frischpflanzenpresssaft des Krautes (DEV 1:0,65-0,93): 5-10 ml, 2- bis 3-mal täglich
  • Tinktur des Krautes (Verhältnis 1:5; Ethanol 45% vol.): 2-4 ml, 3-mal täglich täglich
    bzw (Verhältnis 1:5; Ethanol 31,5% vol.): 4,3 ml (= 4,2 g), 4-mal täglich
  • Weitere Anwendungsform: Flüssigextrakt der Blüten, Flüssigextrakt oder Trockenextrakt des Krautes

Wenn die Symptome während der Anwendung länger als 2 Wochen andauern oder sich verschlimmern, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

C) Zur Behandlung von kleinen oberflächlichen Wunden

Bewertung: 3 von 5.

Auf der Haut aufgetragen/äußere Anwendung (Kutane Anwendung)

  • 1,5 g Blüten in 250 ml kochendem Wasser als Aufguss; 2- bis 3-mal täglich; als getränkte Kompresse auf der betroffenen Stelle anwenden
  • 3-4 g des zerkleinerten Krautes in 250 ml kochendem Wasser als Aufguss; 2- bis 3-mal täglich; als getränkte Kompresse auf der betroffenen Stelle anwenden

Wenn die Symptome während der Anwendung länger als 1 Woche andauern oder sich verschlimmern, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Bei Anzeichen einer Hautinfektion sollte ein Arzt aufgesucht werden.

D) Zur Behandlung von leichten Menstruationskrämpfen

Bewertung: 3.5 von 5.

Zum Schlucken, Trinken (Orale Einnahme)

  • Kräutertee: 1-2 g ganze oder zerkleinerte Blüten in 250 ml kochendem Wasser als Aufguss; 2- bis 3-mal täglich
  • Kräutertee: 1-2 g des zerkleinerten Krautes in 250 ml kochendem Wasser als Aufguss, 2- bis 3-mal täglich
  • Weitere Anwendungsform: Trockenextrakt des Krautes

Wenn die Symptome während der Anwendung länger als 1 Woche andauern oder sich verschlimmern, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Vorsichtshinweis

Die Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren wird nicht empfohlen, da keine ausreichenden Daten vorliegen.

Die Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit wird nicht empfohlen, da keine ausreichenden Daten vorliegen und so die Sicherheit während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht nachgewiesen ist.

Bei Tinkturen und Extrakten, kann Alkohol (Ethanol) enthalten sein.

Sollte nicht angewendet werden, wenn Überempfindlichkeit gegen den aktiven Wirkstoff oder andere Pflanzen der Familie der Korbblütler (Asteraceae) besteht.

Als Nebenwirkung wurde über Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut berichtet. Die Häufigkeit ist nicht bekannt.

Beim Auftreten von unerwünschten Wirkungen sollte ein Arzt oder eine qualifizierte medizinische Fachkraft konsultiert werden.

Quellennachweis

European Union herbal monograph über Achillea millefolium L., flos und Achillea millefolium L., herba des Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC) der European Medicines Agency (EMA)

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Rosmarin

Botanischer Name: Rosmarinus officinalis L.

Deutscher Name: Rosmarinblätter
Lateinischer Name: Rosmarini folium
Verwendeter Pflanzenteil: getrocknete Blätter

Deutscher Name: Rosmarinöl
Lateinischer Name: Rosmarini aetheroleum
Verwendeter Pflanzenteil: Ähterisches Öl – Wasserdampfdestilation aus Blättern

Traditionelle Anwendungen

ausschließlich auf der Grundlage langjähriger Verwendung als traditionelles pflanzliches Arzneimittel

A) Linderung von Verdauungsstörungen und leichten krampfartigen Störungen des Magen-Darm-Trakts

Bewertung: 4 von 5.

Zum Schlucken, Trinken (Orale Einnahme)

  • Kräutertee: 1-2 g der ganzen oder zerkleinerten Blätter auf 150-250 ml kochendem Wasser als Aufguss; 2-3 Mal täglich
  • Frischpflanzenpresssaft (DEV 1:1,8-2,2): 5 ml; 2-3 Mal täglich
  • Ätherisches Öl: 2 Tropfen täglich (Ab 18 Jahre)
  • weitere Anwendungsformen: Flüssigextrakte

Wenn die Symptome während der Anwendung länger als 2 Wochen andauern oder sich verschlimmern, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Sollte nicht angewandt werden bei Verstopfung der Gallenwege, Gallengangsentzündung (Cholangitis), Lebererkrankungen, Gallensteinen und anderen Erkrankungen der Gallenwege, die eine ärztliche Überwachung und Beratung erfordern.

B) als Hilfsmittel zur Linderung von leichten Muskel- und Gelenkschmerzen und bei leichten peripheren Durchblutungsstörungen

Bewertung: 3.5 von 5.

Auf der Haut aufgetragen/äußere Anwendung (Kutane Anwendung)

  • Ätherisches Öl: 6-10 % in halbfesten und flüssigen Darreichungsformen (z.B. als Teil einer Salbe oder Öl), 2-3 Mal täglich

Der Kontakt mit den Augen sollte vermieden werden. Halbfeste Form sollte nicht in der Nähe der Schleimhäute angewendet werden.

Als Badezusatz (Empfohlene Badetemperatur: 35 – 38°C, für 10 bis 20 Minuten)

  • 1l Abkochung der ganzen oder zerkleinerten Blätter (1:20) als Zusatz zum Badewasser; zweimal wöchentlich
  • 50 g der Blätter auf ein Vollbad; einmal täglich
  • Ätherisches Öl: 10-27 mg pro Liter, ein Bad alle 2 bis 3 Tage

Wenn die Symptome während der Anwendung länger als 4 Wochen andauern oder sich verschlimmern, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Vollbäder sollten nicht angewandt werden, bei: Großen Hautverletzungen und offenen Wunden, akuten Hauterkrankungen, hohem Fieber, schweren Infektionen, schweren Kreislaufstörungen und Herzversagen.

Bei Bluthochdruck ist ein heißes Vollbad mit Vorsicht anzuwenden.

Gelenkschmerzen, die mit einer Schwellung des Gelenks, Rötung oder Fieber einhergehen, sollten von einem Arzt untersucht werden.

Vorsichtshinweis

Die Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren wird nicht empfohlen, da keine ausreichenden Daten vorliegen. Die Anwendung als ätherisches Öl wird bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht empfohlen, da keine ausreichenden Daten vorliegen.

Die Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit wird nicht empfohlen, da keine ausreichenden Daten vorliegen und so die Sicherheit während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht nachgewiesen ist.

Bei Tinkturen und Extrakten kann Alkohol (Ethanol) enthalten sein.

Sollte nicht angewendet werden, wenn Überempfindlichkeit gegen den aktiven Wirkstoff besteht.

Als Nebenwirkung wurde von Überempfindlichkeit (Kontaktdermatitis und Berufsasthma) berichtet. Die Häufigkeit ist nicht bekannt.

Beim Auftreten von unerwünschten Wirkungen sollte ein Arzt oder eine qualifizierte medizinische Fachkraft konsultiert werden.

Quellennachweis

European Union herbal monograph über Rosmarinus officinalis L., folium und Rosmarinus officinalis L., aetheroleum des Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC) der European Medicines Agency (EMA)

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Boldoblätter

Lateinischer Name: Boldi folium
Botanischer Name: Peumus boldus Molina
Verwendeter Pflanzenteil: getrocknete Blätter

Traditionelle Anwendungen

ausschließlich auf der Grundlage langjähriger Verwendung als traditionelles pflanzliches Arzneimittel

Zur Linderung von Reizmagen (Dyspepsie) und leichten krampfartigen Störungen des Magen-Darm-Trakts

Bewertung: 3.5 von 5.

Zum Schlucken, Trinken (Orale Einnahme)

  • Kräutertee: 1-2 g der zerkleinerten Blätter in 150 ml kochendem Wasser als Aufguss, 2-3 Mal täglich
  • weitere Anwendungsform: Trockenextrakt

Wenn die Symptome während der Anwendung länger als 2 Wochen andauern oder sich verschlimmern, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Vorsichtshinweis

Die Anwendung bei Kindern unter 18 Jahren wird nicht empfohlen, da keine ausreichenden Daten vorliegen.

Die Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit wird nicht empfohlen, da keine ausreichenden Daten vorliegen und so die Sicherheit während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht nachgewiesen ist.

Sollte nicht angewendet werden, wenn Überempfindlichkeit gegen den aktiven Wirkstoff besteht oder bei Verstopfung der Gallenwege, Gallengangsentzündung (Cholangitis), Lebererkrankungen, Gallensteine und alle anderen Gallenerkrankungen, die eine ärztliche Überwachung und Beratung erfordern.

Als Nebenwirkung wurde über eine Überempfindlichkeit (Anaphylaxie) berichtet. Die Häufigkeit ist nicht bekannt.

Beim Auftreten von unerwünschten Wirkungen sollte ein Arzt oder eine qualifizierte medizinische Fachkraft konsultiert werden.

Bei pflanzlichen Fertigpräparaten sollte der Gehalt an Ascaridol klar ausgeschrieben sein.

Quellennachweis

European Union herbal monograph über Peumus boldus Molina, folium des Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC) der European Medicines Agency (EMA)

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Kümmel

Botanischer Name: Carum carvi L.

Lateinischer Name: Carvi fructus
Verwendete Pflanzenteile: Früchte

Deutscher Name: Kümmelöl
Lateinischer Name: Carvi aetheroleum
Verwendete Pflanzenteile: Ätherisches Öl, Wasserdampfdestillation der getrockneten Früchte

Traditionelle Anwendungen

ausschließlich auf der Grundlage langjähriger Verwendung als traditionelles pflanzliches Arzneimittel

Linderung von Verdauungsstörungen wie Blähungen und Darmwind (Flatulenz)

Bewertung: 4 von 5.

Zum Schlucken, Trinken (Orale Einnahme)

  • Kräutertee: 0,5-2 g der Früchte oder der zerkleinerten Früchte in 150 ml kochendem Wasser als Aufguss, 1-3 Mal täglich
  • Ätherisches Öl: Tagesdosis: 0,15-0,3 ml; aufgeteilt in 1-3 Dosen täglich

Wenn die Symptome während der Anwendung länger als 2 Wochen andauern oder sich verschlimmern, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Die Anwendung bei Patienten mit Lebererkrankungen, Cholangitis, Chlorhydrie, Gallensteinen und anderen Gallenbeschwerden wird nicht empfohlen.

Auf der Haut aufgetragen/äußere Anwendung (Kutane Anwendung):

  • Ätherisches Öl: 2 %ige halbfeste Zubereitungen (z.B. als Salbe), die einmal täglich als dünne Schicht auf den Bauchbereich aufgetragen werden.
    Auch bei Säuglingen und Kindern möglich.

Wenn die Symptome während der Anwendung länger als 2 Wochen andauern oder sich verschlimmern, sollte ein Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultiert werden.

Vorsichtshinweis

Die Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren wird nicht empfohlen, da keine ausreichenden Daten vorliegen. Die orale Anwendung des ätherischen Öls wird bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht empfohlen, da keine ausreichenden Daten vorliegen.

Die Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit wird nicht empfohlen, da keine ausreichenden Daten vorliegen und so die Sicherheit während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht nachgewiesen ist.

Sollte nicht angewendet werden, wenn eine Überempfindlichkeit gegen den aktiven Wirkstoff, gegen andere Pflanzen aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae) (wie Fenchel, Anis, Sellerie, Koriander und Dill), auf Beifuß oder auf Birke besteht.

Beim Auftreten von unerwünschten Wirkungen sollte ein Arzt oder eine qualifizierte medizinische Fachkraft konsultiert werden.

Quellennachweis

European Union herbal monograph über Carum carvi L., fructus und Carum carvi L., aetheroleum des Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC) der European Medicines Agency (EMA)

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Mönchspfeffer

Überblick

Weitere Namen: Keuschlamm, Keuschbaum, Abrahamsstrauch, Vitex
Wissenschaftlicher Name: Vitex agnus-castus
Pflanzenfamilie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Vorkommen: Mittelmeerraum, Zentralasien, Indien
Verwendete Pflanzenteile: Früchte

Nachgewiesene Wirksamkeit
  • Menstruationszyklus Unregelmäßigkeiten (Regeltempoanomalien)
  • Prämenstruelles Syndrom
  • schmerzhafte Regelblutung
  • Mastodynie (zyklusbedingte Brustschmerzen)
Wirkungspotential
  • Kinderwunschbehandlung
Erfahrungsmedizin
  • Wechseljahrsbeschwerden
  • Unfruchtbarkeit
  • Akne


Allgemeines

Mönchspfeffer wurde zur Arzneipflanze des Jahres 2022 gekürt. [1] Und das nicht ohne Grund, denn so wie sein Name Keuschheitslamm schon vermuten lässt, beeinflussen Mönchspfefferfrüchte die Sexualhormone tatsächlich. Aber kurz zurück zur Geschichte: Es kursieren Gerüchte darüber, dass die Mönchspfeffer-Früchte von Mönchen in Klöstern gegessen wurden, um die sexuelle Lust zu unterdrücken. Das ging teilweise schief, da Mönchspfeffer in niedrigen Dosen eher Potenz steigernd, während er in hohen Dosen durch den antiandrogenen Effekt potenzhemmend wirkt. Vor allem als Pfefferersatz waren die leicht scharf schmeckenden Früchte in Klöstern beliebt. So erklärt sich auch der deutsche Name „Mönchspfeffer“.

Mönchspfeffer fand schon in der Antike in der Frauenheilkunde vielfältige Verwendung. Neben Sitzbädern bei Gebärmutterkrämpfen und innerer Anwendung bei Menstruationszyklus Unregelmäßigkeiten, verwendete man den Mönchspfeffer volksmedizinisch auch bei Wechseljahresbeschwerden, Unfruchtbarkeit, prämenstruellen Brustschmerzen und bei Störungen der Milchbildung.

Heute werden Mönchspfefferpräparate zur innerlichen Behandlung des prämenstruellen Syndroms und bei Unregelmäßigkeiten der Regelblutung (z.B. nach der Einnahme oraler Kontrazeptiva) empfohlen. Mehrere placebo-kontrollierte Studien konnten die Wirkung von Mönchspfeffer auf PMS bestätigen. [2][3][4][5][6]

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Wirkungsweise

Die Wirkungsweise der Mönchspfeffer-Frucht ist noch nicht vollständig erforscht, aber Laborstudien deuten darauf hin, dass sie auf den Hypothalamus und die Hypophyse, die hormonproduzierenden Bereiche des Gehirns, einwirkt und so die Produktion des Hormons Prolaktin verringert, von dem angenommen wird, dass es eine Rolle beim prämenstruellen Syndrom spielt und die Sekretion von LH und Progesteron erhöht, was eine Östrogen-Progesteron-Balance unterstützt, die wiederum eine reguläre Zyklusfunktion fördert.

Die Wirkungseffekte des Mönchspfeffers werden also vor allem auf dopaminerge und prolaktinsenkende Eigenschaften zurückgeführt. Als Folge der Bindung an die Dopamin-D2-Rezeptoren wird der Prolaktinspiegel gesenkt und die FSH- und LH-Freisetzung wird normalisiert. Die Beteiligung weiterer Systeme und Rezeptoren (wie z.B. Histamin-H1 oder Östrogen-Rezeptoren) wird diskutiert. Zur vollen Klärung der Wirkmechanismen sind weitere wissenschaftliche Studien notwendig.

Weitere Inhaltsstoffe sind Iridoidglykoside, lipophile Flavonoide, Diterpene und ätherische Öle. [7][8]

Anwendung & Dosierung [8]

Im Allgemeinen werden wässrig-alkoholische Extrakte in Form von Fertigarzneien eingesetzt. Dabei entspricht eine Tagesdosierung 30–40 mg Droge. 

Die Fertigarzneimittel werden üblicherweise regelmäßig ohne Unterbrechung einmal täglich über einen Zeitraum von mindestens 3 Monaten eingenommen. Die Packungsbeilagen beachten.

Vorsichtshinweise

Frauen mit einem östrogenempfindlichen Tumor müssen vor einer Behandlung mit Mönchspfefferfrüchten ärztlichen Rat einholen. Dies gilt auch für Frauen, die Dopamin-Rezeptor-Antagonisten, Östrogene und Antiöstrogene einnehmen (mögliche Wechselwirkungen), sowie für Frauen mit einer Hypophysenerkrankung in der Vorgeschichte. Bei Prolaktin-produzierenden Tumoren der Hypophyse besteht die Gefahr der Maskierung von Tumorsymptomen.

Es gibt keine Indikation für die Anwendung von Mönchspfefferfrüchten während der Schwangerschaft; während der Stillzeit wird die Anwendung von Mönchspfefferfrüchten nicht empfohlen, da sie die Stillzeit beeinträchtigen können. Die Anwendung bei Jugendlichen unter 18 Jahren wird aufgrund mangelnder Kenntnisse nicht empfohlen.

Gelegentlich können allergische Reaktionen, juckende Hautausschläge, sowie Kopfschmerzen und Müdigkeit auftreten.

Quellen

[1] http://www.klostermedizin.de/index.php/heilpflanzen/arzneipflanze-des-jahres/71-arzneipflanze-des-jahres-2022-moenchspfeffer-keuschlamm-vitex-agnus-castus

[2] Csupor D, Lantos T, Hegyi P, Benkő R, Viola R, Gyöngyi Z, Csécsei P, Tóth B, Vasas A, Márta K, Rostás I, Szentesi A, Matuz M. Vitex agnus-castus in premenstrual syndrome: A meta-analysis of double-blind randomised controlled trials. Complement Ther Med. 2019 Dec;47:102190. doi: 10.1016/j.ctim.2019.08.024. Epub 2019 Aug 30. PMID: 31780016. 

[3] Verkaik S, Kamperman AM, van Westrhenen R, Schulte PFJ. The treatment of premenstrual syndrome with preparations of Vitex agnus castus: a systematic review and meta-analysis. Am J Obstet Gynecol. 2017 Aug;217(2):150-166. doi: 10.1016/j.ajog.2017.02.028. Epub 2017 Feb 22. PMID: 28237870. https://www.ajog.org/article/S0002-9378(17)30319-8/fulltext https://doi.org/10.1016/j.ctim.2019.08.024

[4] Schellenberg R. Treatment for the premenstrual syndrome with agnus castus fruit extract: prospective, randomised, placebo controlled study. BMJ 2001; 322 :134 doi:10.1136/bmj.322.7279.134 https://www.bmj.com/content/322/7279/134

[5] He Z, Chen R, Zhou Y, et al. Treatment for premenstrual syndrome with Vitex agnus castus: A prospective, randomized, multi-center placebo controlled study in China. Maturitas. 2009;63(1):99–103. https://www.maturitas.org/article/S0378-5122(09)00031-0/fulltext

[6] Schellenberg R, Zimmermann C, Drewe J, Hoexter G, Zahner C. Dose-dependent efficacy of the Vitex agnus castus extract Ze 440 in patients suffering from premenstrual syndrome. Phytomedicine. 2012;19(14):1325–1331. https://doi.org/10.1016/j.phymed.2012.08.006

[7] Bäumler, S. (2021): „Heilpflanzenpraxis heute – Rezepturen und Anwendung“, S. 1151, 1168. 3. Auflage 2021: Elsevier GmbH, München. Online: https://books.google.de/books?id=SCsNEAAAQBAJ

[8] Bäumler, S. (2012): „Heilpflanzenpraxis heute – Heilpflanzenportraits“, 2. Auflage 2012, S. 1232-1243: Elsevier GmbH, München. https://www.narayana-verlag.de/Heilpflanzenpraxis-Heute-Band-1-Siegfried-Baeumler/b13176